Rückblick 2026

Veranstaltungen im Jahr 2026

15.06.2026 | Einweihung der Gedenkstelen in Erinnerung an die Konstanzer Opfer von Zwangssterilisierungen und „Euthanasie“-Morden

Die 5 Gedenkstelen finden Sie hier:

1.  vor der Marktstätte 22, dem ehemaligen Gesundheitsamt

2.  vor dem Amtsgericht (früher: Erbgesundheitsgericht Konstanz)

3.  vor der ehemaligen Frauenklinik in der Friedrichstraße

4.  vor dem Klinikum

5.  und auf dem Hauptfriedhof am Gemeinschaftsgrab für 183 Opfer von NS-Massenverbrechen

13.06.2026 | Exkursion zur „Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen“



Der schwere Luftangriff am 28. April 1944 auf die Stadt Friedrichshafen und ihre Rüstungsbetriebe veranlasste die NS-Rüstungsplaner zur Verlagerung der Produktion. Ein Konsortium von Baufirmen wurde vom „Reichsinnenministerium für Rüstung und Kriegsproduktion“ beauftragt, in Überlingen am Bodensee eine Stollenanlage in den Molassefelsen zu bauen. In dem Stollen sollten die Firmen Luftschiffbau Zeppelin, Maybach Motorenwerke, Dornier Flugzeugbau und Zahnradfabrik Friedrichshafen in getrennten Anlagen mit jeweiligem Straßen- und Bahnanschluss untergebracht werden. Zu dem Zweck wurden Häftlinge aus dem KZ Dachau rekrutiert, die im Herbst 1944 bei Aufkirch, nordwestlich von Überlingen, in einem KZ-Außenkommando untergebracht wurden. In diesem Lager waren durchschnittlich 800 Häftlinge interniert. Diesem Bauvorhaben wurde der Deckname „Magnesit“ gegeben. Der Deckname – ein reiner Fantasiename – taucht in allen Unterlagen auf. Er sollte wohl vermeiden, dass vorzeitig bekannt wurde, wofür die Bauarbeiten ausgeführt wurden. In weniger als sieben Monaten wurden mehr als vier Kilometer lange Stollen in den Felsen gesprengt.

Noch bevor die Stollenanlage fertiggestellt wurde, erreichten jedoch die französischen Truppen am 25. April 1945 den Bodensee, sodass mit der Produktion von Kriegsgeräten in der Anlage gar nicht begonnen werden konnte.

243 Häftlinge überlebten die unmenschlichen Arbeitsbedingungen beim Bau der Anlage nicht.

Der Historiker Claus Kittsteiner berichtet in einer 1,5-stündigen Führung durch die heutige Gedenkstätte über deren Geschichte und das grausame Schicksal der Häftlinge.
09.06.2026 | Erika Rosenberg-Band: Das Vermächtnis von Emilie und Oskar Schindler



Emilie und Oskar Schindler haben ihr Leben riskiert und ihr gesamtes Vermögen geopfert, um 1 200 jüdische Menschen vor dem sicheren Tod in den Gaskammern der Nationalsozialisten zu retten. Zivilcouragiert handelten sie und kämpften mutig für Menschenrechte – in einer Zeit, in der es keine gab. Sie stellten in ihren Fabriken jüdische Kräfte an, um sie vor der Deportation und Vergasung zu retten.

Im August 1944 räumten die Nationalsozialisten das Arbeitslager Plaszow in Krakau, und alle Häftlinge, auch die jüdischen aus den beiden Fabriken Schindlers (Emailwarenfabrik und Rüstungsfabrik), wären deportiert worden. Aber Oskar und Emilie Schindler ersannen einen Trick und verlegten die Fabrik mit ihrer gesamten Belegschaft und dem Maschinenpark nach Brünnlitz in der heutigen Republik Tschechien. Nach langen Tagen des bangen Wartens erteilte die Berliner Kommandantur die Genehmigung, aber dafür sollte Oskar Schindler eine Liste mit allen Namen, Berufs– und Geburtstagsangaben der Belegschaft erstellen. Er fälschte die meisten Angaben. So ist die berühmte „Schindlers Liste“ entstanden“.

Wer ein Menschenleben rettet, der rettet die ganze Welt!

Der Hollywood-Film „Schindlers Liste“ des amerikanischen Regisseurs Steven Spielberg basiert auf dem historischen Roman von Thomas Keneally aus dem Jahr 1982. Dieser Film von 1993 hat weltweit Wellen geschlagen, aber stellt er die historischen Fakten dar?

Prof. Erika Rosenberg-Band lernte Emilie Schindler 1990 in Buenos Aires (Argentinien) zu einer Zeit kennen, in der Oskar Schindlers Witwe völlig unbekannt bzw. in Vergessenheit geraten war und in großer Armut lebte.

Nach langen Gesprächen mit der Historikerin und Autorin Erika Rosenberg-Band entstand ein autobiografisches Porträt jener zivilcouragierten Frau, die Jahrzehnte in der Dunkelheit des Vergessens in Südamerika lebte.

Zum ersten Mal in ihrem Leben trat Emilie aus dem Schatten Oskar Schindlers hervor und erzählte die Geschichte mit Fakten und Details. Eine Geschichte, die uns alle inspiriert und auf eine bessere Welt hoffen lässt.

Im Anschluss an den Vortrag von Erika Rosenberg-Band stellt die Crescere Stiftung Bodensee das für Oskar und Emilie Schindler geplante Mahnmal vor.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Initiative Stolpersteine für Konstanz und der Crescere Stiftung Bodensee.
07.06.2026 | Exkursion in das Württembergische Psychiatriemuseum Zwiefalten



Im Kontext der vom 21. Januar bis 1. März 2026 im Gewölbekeller gezeigten Ausstellung „Psychiatrie und Nationalsozialismus im deutschen Südwesten am Beispiel Zwiefalten 1933-1945“ bieten wir eine Führung durch das „Württembergische Psychiatriemuseum Zwiefalten“ an.
Durch die Ausstellung führt Herr Dr. phil. Bernd Reichelt, Leiter der Wissenschaftlichen Bibliotheken der Standorte Zwiefalten und Bad Schussenried. Die Führung dauert 1,5 Stunden.
Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Psychiatrie als medizinische Wissenschaft und die Unterbringung und Behandlung psychisch kranker Menschen über einen Zeitraum von 200 Jahren. Die Besuchenden werden in anschaulicher, kritischer und auch für den medizinischen Laien verständlicher Weise mit der Psychiatrie, ihren Erfolgen, Fortschritten und Entgleisungen vertraut gemacht. Der Forschungsbereich zur Geschichte der Medizin des ZfP Südwürttemberg ermöglicht es, aktuelle Forschungsergebnisse zeitnah in die bestehenden Ausstellungen zu integrieren. Die thematische Gliederung veranschaulicht den Alltag innerhalb und außerhalb der historischen Einrichtungen („agrikole Kolonien“, „Familienpflege“) ebenso wie die Anstaltsgründungen im 19. Jahrhundert oder die zeitgenössischen Therapieformen. Neben historischen Dokumenten und Fotografien sind Gerätschaften und Exponate zu sehen. Audiovisuelle Medien sorgen für eine abwechslungsreiche Präsentation und die zeitgemäße Vermittlung von Inhalten.
20.05.2026 | Verlegung weiterer Stolpersteine



Am 20. Mai 2026 werden wir ab 9.00 Uhr zusammen mit Gunter Demnig 13 weitere Stolpersteine in Konstanz verlegen.

9:00 Uhr, Katzgasse 10: EMIL UND GOTTLIEB WEISSER
9:25 Uhr, Leinerstraße 3: SIEGFRIED, ANNA, ERWIN UND LOTHAR MEISSNER
9:45 Uhr, Kreuzlingerstr. 20: JOHANN WIELAND
10:05 Uhr, Scheffelstraße 6: FRANZ BRENZINGER
10:20 Uhr, Bodanstraße 22: EMMA LOEB
10:40 Uhr, Obere Laube 61: VALENTIN WIPPLINGER
11:00 Uhr, Joseph-Picard-Straße 8: LAURA ROTHSCHILD
11:25 Uhr, Mainaustraße 209: HERMANN MAYER
11:55 Uhr, Litzelstetterstraße 41: THERESIA MILLER

Das Faltblatt zur Verlegung können Sie hier herunterladen.
19.05.2026 | Offizielle Übergabe der Stolpersteine an die Stadt Konstanz
Im Anschluss Vortrag von Gunter Demnig, dem Initiator des Kunstprojekts STOLPERSTEINE: „STOLPERSTEINE – SPUREN und WEGE“




Gunter Demnig, der seit 1992 mit seinem Projekt STOLPERSTEINE an das Schicksal der Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden, skizziert in dem Vortrag seinen künstlerischen Werdegang von 1968 bis heute. Er berichtet auch über sein Projekt STOLPERSTEINE, mit dem er über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden ist.
Kunst hat für Gunter Demnig immer auch eine politische Botschaft: Gleich mit seiner ersten „Kunst im öffentlichen Raum“ sorgte er für Aufregung: Während des Vietnamkriegs hisste er in einem Fenster seines Ateliers in Berlin-Kreuzberg eine US-amerikanische Flagge. Allerdings hatte er die Sterne durch Totenköpfe ersetzt. Dies brachte ihm den Besuch der Kriminalpolizei und eine Festnahme ein – und jede Menge Aufmerksamkeit.
Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, mehr über die Hintergründe des Projekts und über Gunter Demnigs Engagement für eine lebendige Erinnerungskultur zu erfahren.
Im Anschluss an den Vortrag steht Gunter Demnig für Diskussionen und Gespräche zur Verfügung.
08.05.2026 | „Der Pianist“ – Filmvorführung mit Nachgespräch
Zum Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus




Roman Polanskis Oscar-prämiertes Drama „Der Pianist“ erzählt die wahre Geschichte des polnisch-jüdischen Pianisten Wladysław Szpilman, der als junger Mann während der deutschen Naziherrschaft in Polen gegen jede Chance überlebte. Nach Jahren in der Hölle des Warschauer Ghettos (in dem auch Polanski selbst als Kind gefangen war) entgeht er mit großem Glück der Deportation und rettet sich in die verlassenen Ruinen der Stadt. Völlig auf sich allein gestellt kämpft Szpilman in der entvölkerten Metropole Tag für Tag ums Überleben. Allein die Liebe zur Musik und eine schier unbändige Willenskraft halten ihn am Leben. Eines Tages wird der völlig verängstigte Pianist von einem deutschen Offizier entdeckt – doch wider Erwarten liefert der Nazi ihn nicht aus, sondern hilft ihm, sich weiterhin zu verstecken.
Im Anschluss findet ein Nachgespräch mit Szpilmans Enkeltochter Alina Szpilman statt, die über ihre eigenen Erfahrungen und ihre Familiengeschichte spricht und für Publikumsfragen zur Verfügung steht.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Zebra Kino, Alliance against Antisemitism und der Initiative Stolpersteine.
08.05.2026 | Führung zu den Stolpersteinen
Zum Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus




Ausgehend von der Stolperschwelle vor dem ehemaligen Erbgesundheitsgericht werden bei dem Rundgang durch die Konstanzer Innenstadt ausgewählte Biografien von Opfern des nationalsozialistischen Terrors – Jüdinnen und Juden, Eugenik-Opfer, Homosexuelle, politische Opfer und Zeugen Jehovas – ausführlich und exemplarisch vorgestellt. Die Führung endet vor dem Theater am Stolperstein für Willy Schürmann-Horster.
29.04.2026 | Götz Aly: Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945



Götz Aly zählt zu den bekanntesten Autoren zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust – in seinem aktuellen Buch stellt er die zentrale Frage: Wie konnte das geschehen? In einer schweren Krise wurde die NSDAP 1932 zur mit Abstand stärksten Partei gewählt. Bald konnte sie die Macht übernehmen und auf wachsende gesellschaftliche Zustimmung bauen. Hitler brauchte den Krieg – das Volk fürchtete sich davor. Dennoch terrorisierten schließlich 18 Millionen deutsche Soldaten Europa. Wie kam es dazu? Warum beteiligten sich Hunderttausende an beispiellosen Massenmorden? Die Antwort ist vielschichtig. Die NSDAP versprach den Deutschen Aufstieg und Wohlstand, zugleich hielt man die Menschen in Bewegung, keine Atempause, keine Zeit zum Nachdenken, so ging es Richtung Krieg. Als der Glaube an einen Sieg nachließ, wurde aus der Volksgemeinschaft eine Verbrechensgemeinschaft. Jeder konnte wissen, welche Schuld die Deutschen auf sich luden, die Angst vor dem, was nach einer Niederlage geschehen würde, wurde bewusst geschürt. Götz Aly schildert in einer fesselnden Erzählung die Herrschaftsmethoden, mit denen die NS-Machthaber Millionen Deutsche in gefügige Vollstrecker oder in vom Krieg abgestumpfte Mitmacher verwandelten – und von denen nicht wenige beängstigend aktuell sind.
16.04.2026 | Stefan Dietl: Antisemitismus und die AfD – Buchvorstellung und Diskussion



Antisemitismus ist in der AfD allgegenwärtig. Immer wieder attackiert die Partei unter Rückgriff auf antisemitische Stereotype prominente Vertreter:innen jüdischen Lebens, teilen führende AfD-Funktionär:innen antisemitische Verschwörungserzählungen oder relativieren die Verbrechen des Nationalsozialismus. Trotz zahlreicher einschlägiger Skandale wird dem Antisemitismus in der Analyse der AfD jedoch kaum Beachtung geschenkt.
In seinem Buch beschreibt Stefan Dietl den Antisemitismus als wesentliches Ideologieelement und Welterklärungsmodell der AfD. Dabei nimmt er die verschiedenen Erscheinungsformen des Judenhasses in der Partei ebenso unter die Lupe wie die Versuche der AfD, sich als Bollwerk gegen Antisemitismus und Fürsprecherin Israels zu inszenieren.

Kooperationsveranstaltung der vhs Landkreis Konstanz, der Initiative Stolpersteine und dem Bündnis für Demokratie
10.02.2026 | Prof. Dr. Thomas Müller / Dr. Bernd Reichelt
Die mehrfache Funktionalität der Heilanstalt Zwiefalten im Kontext der »Aktion T4« und der weiteren Verfolgungs- und Vernichtungspolitik im Nationalsozialismus



Die ehemalige Heilanstalt Zwiefalten am Fuß der Schwäbischen Alb besaß aufgrund ihrer räumlichen Nähe zu der bei Münsingen gelegenen „Euthanasie“-Tötungsanstalt Grafeneck eine Schlüsselrolle. Die damalige Anstalt diente nicht allein als regionale psychiatrische Einrichtung, sondern war faktisch für etwa 1 500 Patient*innen und Pfleglinge staatlicher, kirchlicher oder privater Institutionen auch Zwischenanstalt auf ihrem Weg in den Tod in Grafeneck. Auch nach dem Ende der NS-Morde in Grafeneck im Dezember 1940 kam es noch zu weiteren Deportationen ins hessische Hadamar. Die Funktion Zwiefaltens ging jedoch über die Umsetzung der zentralen Euthanasie hinaus: Im April 1939 war die Anstalt vom württembergischen Innenministerium unter anderem zur Sammeleinrichtung für jüdische Psychiatriepatient*innen bestimmt worden. Nach dem Ende der >Aktion T4< wurde die Anstalt Zwiefalten vom Innenministerium zugleich zur Pflegeanstalt ernannt und hatte damit bis Kriegsende diese und weitere Funktionen inne.

Im Anschluss: Eröffnung der Ausstellung “Psychiatrie und Nationalsozialismus im deutschen Südwesten” mit einer Einführung durch Prof. Dr. Thomas Müller und Dr. Bernd Reichelt (Gewölbekeller – Kulturzentrum am Münster)
07./08.02.2026 | Wie jede andere hier



Ein Stück Konstanzer Geschichte von Viola Rohner
Auftragswerk für das Theater Konstanz


Regie Simone Geyer
Bühne & Kostüme Mona Marie Hartmann
Dramaturgie Romana Lautner
Mit Anna Lisa Grebe, Kristina Lotta Kahlert, Jonas Pätzold

„Was verbirgt sich hinter dem Namen der Spiegelhalle?“ Mit Hilfe der Initiative „Stolpersteine für Konstanz“ sind wir auf einen besonderen Text gestoßen: Die persönlichen Erinnerungen von Margot Spiegel, die sie unter dem Titel „Mein Leben in Deutschland vor und nach dem 30. Januar 1933“ aufgeschrieben hat. Vom Aufwachsen so nah zur Schweizer Grenze, wo die Eltern hin spazierten, um Zucker zu kaufen oder Zeitung zu lesen, ist da die Rede, vom Leben in einer jüdischen Familie in der Bahnhofstraße, dem Schulalltag in der Mädchen-Oberrealschule (dem heutigen Ellenrieder Gymnasium) und von Freundschaften. Margots Beobachtungen der Geschehnisse nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten sind genau, scharfsinnig und verlassen doch nie ihre persönliche Perspektive, die immer mehr die einer Ausgegrenzten wird.

Die Schweizer Autorin Viola Rohner hat für uns daraus ein Theaterstück geschrieben, das mehr will als nur dokumentieren. Es will mit den Mitteln des Theaters lebendig werdende Erinnerung schaffen – gegen das Vergessen. Wie hat Margot die Ausgrenzung erlebt? Was hat es für sie bedeutet, ihr Land, ihre Familie zu verlassen? Wie konnte sie weiterleben, nachdem sie erfahren hat, dass ihre Mutter, ihr Vater und ihr Bruder nach Gurs und Auschwitz deportiert und ermordet wurden?

Diese Uraufführung wird ermöglicht durch das Projekt-Stipendium im Rahmen des Jugendtheaterpreises Baden-Württemberg 2024.
01.02.2026 | Filmvorführung SHOAH Teil 3 und 4



Claude Lanzmanns epochaler Dokumentarfilm über die systematische Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten ist der zentrale Markstein in der filmischen Auseinandersetzung mit der Shoah und der Frage nach der Darstellbarkeit der Nazi-Verbrechen. In ausführlichen und in ihrer Direktheit so beeindruckenden wie bedrückenden Interviews mit Überlebenden, Täterinnen und Augenzeuginnen sowie mit langen Aufnahmen von den Schauplätzen der Verbrechen gelingt es Lanzmann, die Ereignisse der Vergangenheit im wahrsten Sinne zu vergegenwärtigen.

Wir freuen uns zu der Veranstaltung Anne-Berenike Rothstein (apl. Professorin für RomanischeLiteratur- und Kulturwiss. an der Uni Konstanz) begrüßen zu dürfen, die eine kurze Einführungen zum Thema „der Ort und das Wort“ geben wird.

Nach dem Film besteht das Angebot zu einem durch die Initiative Stolpersteine moderierten Nachgespräch.

Unterrichtsmaterial zum Film

Trailer

Zwischen den Teilen gibt es eine kurze Pause. Teil 1 + 2 des Films werden am 17.01. um 15:00 Uhr gezeigt. Selbst wenn Ihr nur an einem Termin könnt, lohnt es sich eine Hälfte dieses Dokumentarfilms zu schauen.
30.01.2026 | Zeitzeuginnengespräch mit Ruth Michel, geborene Rosenstock

Anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus



Anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus ist am 30. Januar 2026 Ruth Michel, geborene Rosenstock, als Zeitzeugin der Shoah zu Gast an der Universität Konstanz.

1928 wird Ruth Michel in Königsberg (heute Kaliningrad) geboren. Ihr Vater ist Jude, die Mutter evangelisch. Kurz nach der Machtergreifung flüchtet die Familie nach Polen, erlebt dort den Einmarsch der Roten Armee und später die Besetzung durch die Deutschen. Nach einer Razzia wird der Vater verschleppt und bei einer Erschießungsaktion ermordet. Die 13jährige Ruth hilft aktiv dabei mit, das Überleben der Familie zu sichern, organisiert ein Versteck und später die Flucht. Als polnische Zwangsarbeiterin getarnt, gelingt es ihr vor Kriegsende nach Königsberg zurückkehren. Nach dem Krieg arbeitet sie als Zahntechnikerin. Erst spät fängt sie an, über ihre Erinnerungen zu sprechen. Ihre Biografie „Die Flucht nach vorne“ erschien erstmals 2009. Heute lebt sie bei Stuttgart und spricht noch immer regelmäßig vor Schulen.

Eine Kooperation der Hochschulgruppe Alliance against Antisemitism, des Zukunftskolleg, der Hochschulgruppe JES und der Initiative Stolpersteine für Konstanz
27.01.2026 | Von Fall zu Fall: “Es konnte alle treffen”

Lesung anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus



Traditionell öffnet das Landgericht Konstanz einmal in der Spielzeit für eine ganz besondere Lesung seine Pforten. In dieser Spielzeit planen wir zusammen mit der Initiative Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz eine Veranstaltung, die die Opfer von Zwangssterilisation und „Euthanasie“-Morden in der NS-Zeit hörbar macht. Genau gegenüber des Landgerichts, im heutigen Amtsgericht, wurden damals die Urteile gesprochen.

Die szenische Lesung im Landgericht erinnert an mehr als dreihundert Konstanzer*innen, die zwischen 1934 und 1945 zwangssterilisiert oder im Rahmen der sogenannten “Euthanasie” ermordet wurden. Es werden örtliche Strukturen und Verantwortlichkeiten nachgezeichnet und Geschichten von Menschen erzählt, deren Stimmen systematisch zum Schweigen gebracht wurden.

Mit Michaela Allendorf, Alicia Bischoff, Ulrich Hoppe
Regie & Konzept Miriam Grünewald & Meike Sasse

Eine Kooperationsveranstaltung von Theater Konstanz mit dem Landgericht Konstanz, der Initiative Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz und der vhs Landkreis Konstanz e.V.

21.01. – 01.03.2026 | Ausstellung “Psychiatrie und Nationalsozialismus im deutschen Südwesten am Beispiel Zwiefalten 1933 – 1945”



Die Ausstellung “Psychiatrie und Nationalsozialismus im deutschen Südwesten am Beispiel Zwiefalten 1933 – 1945” wurde vom Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin des ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm, für das Württembergische Psychiatriemuseum erarbeitet und beinhaltet die Ergebnisse vieler Jahre der Forschung. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der ehemaligen Heilanstalt Zwiefalten. Sie wurde im Rahmen der NS-“Euthanasie” zu einer sogenannten “Zwischenanstalt” für die bei Münsingen gelegene Tötungsanstalt Grafeneck. Zugleich bekam die ehemalige Heilanstalt Zwiefalten seitens des Stuttgarter Innenministeriums ab 1939 mehrere unterschiedliche Funktionen zugeordnet: Beispielsweise wurde sie zur Sammeleinrichtung für jüdische Psychiatriepatient*innen aus Württemberg. Die Ausstellung fokussiert deutlich auf lokale und regionale Aspekte des Nationalsozialismus, auch um die Geschichte vor Ort greifbarer zu machen.

Die Geschichte der Zwiefalter Heilanstalt im Nationalsozialismus ist auch eng mit derjenigen der badischen Psychiatrie verflochten. Dies betrifft nicht nur die “Aktion T4” und die Tötungsanstalt Grafeneck. Zwiefalten wurde auch für mehrere badische Anstalten, unter diesen die Heil- und Pflegeanstalt bei Konstanz, zur “Zwischenanstalt”. Im September 1939 wurde die badische Pflegeanstalt Rastatt mit rund 600 Patient*innen und mitsamt Personal nach Zwiefalten “evakuiert”. Sie wurden ab Februar 1940 die ersten Menschen, die von Zwiefalten aus nach Grafeneck deportiert und ermordet wurden.”

Die Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ steuert lokal vorhandene Informationen zu Menschen aus Konstanz bei, die über die „Zwischenanstalt“ Zwiefalten nach Grafeneck deportiert wurden.
17.01.2026 | Filmvorführung SHOAH Teil 1 und 2

Claude Lanzmanns epochaler Dokumentarfilm über die systematische Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten ist der zentrale Markstein in der filmischen Auseinandersetzung mit der Shoah und der Frage nach der Darstellbarkeit der Nazi-Verbrechen. In ausführlichen und in ihrer Direktheit so beeindruckenden wie bedrückenden Interviews mit Überlebenden, Täterinnen und Augenzeuginnen sowie mit langen Aufnahmen von den Schauplätzen der Verbrechen gelingt es Lanzmann, die Ereignisse der Vergangenheit im wahrsten Sinne zu vergegenwärtigen.

Wir freuen uns zu der Veranstaltung Anne-Berenike Rothstein (apl. Professorin für RomanischeLiteratur- und Kulturwiss. an der Uni Konstanz) begrüßen zu dürfen, die eine kurze Einführungen zum Thema „der Ort und das Wort“ geben wird.

Nach dem Film besteht das Angebot zu einem durch die Initiative Stolpersteine moderierten Nachgespräch.

Unterrichtsmaterial zum Film

Trailer

Zwischen den Teilen gibt es eine kurze Pause. Teil 3 + 4 des Films werden am 01.02. um 17:00 Uhr gezeigt. Selbst wenn Ihr nur an einem Termin könnt, lohnt es sich eine Hälfte dieses Dokumentarfilms zu schauen.

11.01.2026 | Dokumentarfilm DAS UNGESAGTE



Die meisten Deutschen, die damals für das NS-Regime waren, haben nach 1945 nie wieder über diese Zeit gesprochen. In fast allen deutschen Familien war das Thema tabu: Das Ungesagte. Der Film wählt einen psychologischen Ansatz, um herauszufinden, was diese Menschen damals genau dachten und fühlten – und wie sie heute ihre Beteiligung bzw. Involviertheit in das NS-Regime beurteilen. Die Aussagen sind schmerzhaft ehrlich, teils verstörend, aber auch berührend, dabei gleichermaßen geprägt von moralischem Zwiespalt, verdrängten Schuldgefühlen, Trauma und Trauer. Zudem erzählen auch jüdische Überlebende, und erhellen die bis heute verbliebenen blinden Flecken in der Perspektive der damaligen Mehrheitsgesellschaft. Die Verbindung beider Perspektiven eröffnet unerwartete, erschütternde Erkenntnisse.

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09.09.2026 | Treffen der Stolperstein-Initative

Das nächste Treffen der Stolperstein-Initiative findet am 9. September 2026 statt.

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Vergangene Veranstaltungen und Termine im Jahr 2026

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Veranstaltungen und Termine im Jahr 2023 14.11.2023 | Gemeinsamer Stadtspaziergang der Initiative Stolpersteine und des Jungen Theater Konstanz Wir starten an der Spiegelhalle des Theater Konstanz, spazieren gemeinsam durch die Stadt bis zum Stadttheater und erinnern uns: an Menschen, Verfolgte, Versteckte, Schicksale aus der Zeit des Nationalsozialismus.Gegen das Vergessen. 12.11.2023 | Veranstaltung anlässlich des Gedenkens […]

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