Schätzungsweise 400.000 Menschen waren während des Nationalsozialismus zwangsweise unfruchtbar gemacht und weitere annähernd 300.000 unter dem euphemistischen Schlagwort „Euthanasie“ – „guter“, „süßer“ oder auch „schöner Tod“ – als „lebensunwert“ ermordet worden. Der „deutsche Volkskörper“ sollte vor rassischer „Verunreinigung“ und genetischer „Degeneration“ bewahrt werden. Auch in Konstanzer Behörden und Kliniken waren zahlreiche Akteure an diesen Verbrechen […]
Weit über dreihundert Konstanzerinnen und Konstanzer – Frauen und Männer, Jugendliche und Kinder – wurden zwischen 1934 und 1945 Opfer von Zwangssterilisationen und „Euthanasie“-Morden. Weil sie die Fürsorgekassen belasteten, nicht den vermeintlich nötigen Bildungsstand aufwiesen, weil sie krank waren oder von der im Nationalsozialismus geltenden sozialen oder ideologischen Norm abwichen. Es konnte alle treffen in […]
Der Umgang mit den sterblichen Überresten von Opfern des NS-Regimes brachte die Stadt Konstanz 1983 in die überregionale Presse. Bis 1945 waren in Konstanz Urnen von Opfern des NS-Regimes eingetroffen. Knapp zweihundert wurden nicht abgeholt und verblieben im Keller des Konstanzer Krematoriums. 1961 beauftragte der Konstanzer Oberbürgermeister Bruno Helmle sein Rechtsamt mit der Prüfung der […]
Eine frühe Aufnahme des Krematoriums (noch ohne eingezäunten Innenhof). Im Anbau auf der linken Seite befand sich der Sezierraum der Pathologie. Durch seinen hohen Schornstein überragte das Krematorium sein Umfeld. Mehr noch war es der Rauch, der den Häftlingen in Erinnerung blieb. Bis 1940 hat die SS tote Häftlinge im städtischen Krematorium Weimar verbrennen lassen. […]
von Viktoria Hartmann, Mitarbeiterin in der Stolperstein-Initiative Singen Was geschah am 22. Oktober 1940 in Singen? Man könnte vermuten: Üblicher Alltag an diesem Dienstag, denn der Krieg Nazideutschlands war weit weg im Osten, im Westen zwar ein wenig näher, aber beide Feldzüge ausgesprochen siegreich für die Nazi-Armee. Niederschmetternd für Polen schon seit Herbst `39. Frankreich, […]
Dieser Stadtrundgang ermöglicht es in einer Stunde, mehrere Stolpersteine in Konstanz zu besuchen und die dazugehörigen Biografien zu lesen.
Die vorliegende Arbeit stellt den Widerstand in und um Konstanz zur Zeit des Nationalsozialismus dar. Sie kann…
Die “Internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher” wie sich die Zeugen Jehovas auch nannten, hatte in Konstanz…
Vor 80 Jahren, am 22. und 23. Oktober 1940, wurden über 6.500 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Baden, der Pfalz…
Am 13. Mai 2022 erhielt Katrin Brüggemann stellvertretend für die Initiative “Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz” das Bundesverdienstkreuz.
Je weiter die Ereignisse der Holocaust-Schoáh, der Holocaust-Katastrophe, der Katastrophe der Katastrophen, sich zeitlich zu entfernen und in der Vergangenheit zu entschwinden scheinen, desto näher rücken sie in die Gegenwart herein. Denn vielleicht wissen wir heute tatsächlich ein bißchen mehr als noch vor einer Generation.
Der 27. Januar ist der Auschwitz-Gedenktag. Vor 72 Jahren befreite die Rote Armee das KZ Auschwitz, wo über eine Million Juden ermordet wurden.
Das ehemalige Konstanzer NS-Erbgesundheitsgericht Mit einer Verordnung des badischen Justizministers Dr. Otto Wacker wurde in Konstanz zum 1. Januar 1934 das Konstanzer Erbgesundheitsgericht als eines von 18 Erbgesundheitsgerichten im Land Baden eingerichtet. Es war dem Amtsgericht angegliedert und für die Durchsetzung des gleichzeitig am 1. Januar 1934 in Kraft getretenen „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ […]
Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus Mit dem am 1. Januar 1934 in Kraft getretenen „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ definierte das NS-Regime die „Rassenhygiene“ als Leitlinie ihrer Gesundheits- und Sozialpolitik: Psychisch beeinträchtigte Menschen, aber auch Hilfsschüler*innen, Fürsorgeempfänger*innen, Langzeitarbeitslose und „Asoziale“ galten nun als Gefahr für die „deutsche Volksgemeinschaft“. Sie sollten deshalb zwangsweise sterilisiert und somit zumindest an […]
Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus In der NS-Zeit wurden Frauen, Männer und Jugendliche in diesem Krankenhaus Opfer von Medizinverbrechen. Mit dem am 1. Januar 1934 in Kraft getretenen „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ hatte das NS-Regime die „Rassenhygiene“ als Leitlinie ihrer Gesundheits- und Sozialpolitik definiert: Psychisch beeinträchtigte Menschen, aber auch Hilfsschüler*innen, Fürsorgeempfänger*innen, Langzeitarbeitslose und „Asoziale“ galten nun […]
Das staatliche Gesundheitsamt im Nationalsozialismus In diesem Gebäude auf der Marktstätte 22 befand sich ab April 1937 das zwei Jahre zuvor gegründete und für den gesamten Kreis zuständige staatliche Gesundheitsamt Konstanz. Konstanzer Ärzte beteiligten sich hier aktiv an NS-Medizinverbrechen. Das Gesundheitsamt als Ermittlungs- und Vollzugsbehörde der NS-„Erb- und Rassenlehre“ Mit dem am 1. Januar 1934 […]
In dieser Grabstätte wurden im Juli 1984 die Urnen von 183 Menschen aus Süddeutschland und Vorarlberg beerdigt, die zwischen 1940 und 1944 NS-Massenverbrechen zum Opfer fielen. Anfang April 1940 informierte Viktor Brack, einer der Hauptorganisatoren der reichsweiten „Euthanasie“-Verbrechen, die in Berlin versammelten Oberbürgermeister des deutschen Gemeindetags darüber, dass sie die Ankunft einer großen Anzahl von […]