Unsere Ausstellung „Es konnte alle treffen“

Weit über dreihundert Konstanzerinnen und Konstanzer – Frauen und Männer, Jugendliche und Kinder – wurden zwischen 1934 und 1945 Opfer von Zwangssterilisationen und „Euthanasie“-Morden. Weil sie die Fürsorgekassen belasteten, nicht den vermeintlich nötigen Bildungsstand aufwiesen, weil sie krank waren oder von der im Nationalsozialismus geltenden sozialen oder ideologischen Norm abwichen.

Es konnte alle treffen in einem System, das den Wert eines Menschen anhand seiner volkswirtschaft­lichen Leistungsfähigkeit und seiner „erbbiologischen Qualität“ bemaß. Auch in Konstanz.

Die Ausstellung der Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ beleuchtet dieses bis­lang vernachlässigte Kapitel der Stadt­geschichte, skizziert die historischen Hintergründe und benennt Akteure.



Die Ausstellung umfasst elf Tafeln:

Es konnte alle treffen

„Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“

An Konstanzerinnen und Konstanzern vorgenommene Zwangssterilisationen

Bertha Hilda Schroff  – Eines der 295 Konstanzer Opfer von Zwangssterilisationen

NS-„Euthanasie“

Emma Wippler – Eines der Konstanzer „Euthanasie“-Opfer

Die Heil- und Pflegeanstalt bei Konstanz während des NS-Regimes

„Euthanasie“-Verbrechen vor Gericht

Gedenken an die „Euthanasie“-Morde im Zentrum für Psychiatrie Reichenau

Verdrängung und Erinnerungsverweigerung – Der Konstanzer „Urnen-Skandal“

Fehlendes Gedenken in der Stadt Konstanz

An folgenden Orten war unsere Ausstellung bisher zu sehen:

 

Konstanz, Gewölbekeller des Kulturzentrums am Münster
27.01. – 31.03.2024
Grußwort zur Eröffnung von Frau Prof. Dr. Aleida Assmann

 

Zentrum für Psychiatrie Reichenau (ZfP)
27.01. – 21.04.2025
Einführung zur Eröffnung durch Dr. Gabriel Richter, ZfP

 

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Der Konstanzer „Urnen-Skandal“

Der Umgang mit den sterblichen Überresten von Opfern des NS-Regimes brachte die Stadt Konstanz 1983 in die überregionale Presse. Bis 1945 waren in Konstanz Urnen von Opfern des NS-Regimes eingetroffen. Knapp zweihundert wurden nicht abgeholt und verblieben im Keller des Konstanzer Krematoriums. 1961 beauftragte der Konstanzer Oberbürgermeister Bruno Helmle sein Rechtsamt mit der Prüfung der […]

KZ Buchenwald, Krematorium

Eine frühe Aufnahme des Krematoriums (noch ohne eingezäunten Innenhof). Im Anbau auf der linken Seite befand sich der Sezierraum der Pathologie. Durch seinen hohen Schornstein überragte das Krematorium sein Umfeld. Mehr noch war es der Rauch, der den Häftlingen in Erinnerung blieb. Bis 1940 hat die SS tote Häftlinge im städtischen Krematorium Weimar verbrennen lassen. […]

Oktoberdeportation in Singen am Hohentwiel – 22.10.1940

von Viktoria Hartmann, Mitarbeiterin in der Stolperstein-Initiative Singen Was geschah am 22. Oktober 1940 in Singen? Man könnte vermuten: Üblicher Alltag an diesem Dienstag, denn der Krieg Nazideutschlands war weit weg im Osten, im Westen zwar ein wenig näher, aber beide Feldzüge ausgesprochen siegreich für die Nazi-Armee. Niederschmetternd für Polen schon seit Herbst `39. Frankreich, […]

Rundgang Stolpersteine Konstanz

Dieser Stadtrundgang ermöglicht es in einer Stunde, mehrere Stolpersteine in Konstanz zu besuchen und die dazugehörigen Biografien zu lesen.

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Jehovas Zeugen in Konstanz

Die “Internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher” wie sich die Zeugen Jehovas auch nannten, hatte in Konstanz…

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Vor 80 Jahren, am 22. und 23. Oktober 1940, wurden über 6.500 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Baden, der Pfalz…

Bundesverdienstkreuz

Am 13. Mai 2022 erhielt Katrin Brüggemann stellvertretend für die Initiative “Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz” das Bundesverdienstkreuz.

Erhard Roy Wiehn: Oktoberdeportation

Je weiter die Ereignisse der Holocaust-Schoáh, der Holocaust-Katastrophe, der Katastrophe der Katastrophen, sich zeitlich zu entfernen und in der Vergangenheit zu entschwinden scheinen, desto näher rücken sie in die Gegenwart herein. Denn vielleicht wissen wir heute tatsächlich ein bißchen mehr als noch vor einer Generation.

Politischer Widerstand in Konstanz in der Zeit des Nationalsozialismus

Der 27. Januar ist der Auschwitz-Gedenktag. Vor 72 Jahren befreite die Rote Armee das KZ Auschwitz, wo über eine Million Juden ermordet wurden.

Konstanzer Gedenkstele vor dem ehemaligen Erbgesundheitsgericht

Das ehemalige Konstanzer NS-Erbgesundheitsgericht Mit einer Verordnung des badischen Justizministers Dr. Otto Wacker wurde in Konstanz zum 1. Januar 1934 das Konstanzer Erbgesundheitsgericht als eines von 18 Erbgesundheitsgerichten im Land Baden eingerichtet. Es war dem Amtsgericht angegliedert und für die Durchsetzung des gleichzeitig am 1. Januar 1934 in Kraft getretenen „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ […]

Konstanzer Gedenkstele vor der ehemaligen Frauenklinik

Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus Mit dem am 1. Januar 1934 in Kraft getretenen „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ definierte das NS-Regime die „Rassenhygiene“ als Leitlinie ihrer Gesundheits- und Sozialpolitik: Psychisch beeinträchtigte Menschen, aber auch Hilfsschüler*innen, Fürsorgeempfänger*innen, Langzeitarbeitslose und „Asoziale“ galten nun als Gefahr für die „deutsche Volksgemeinschaft“. Sie sollten deshalb zwangsweise sterilisiert und somit zumindest an […]

Konstanzer Gedenkstele vor dem Klinikum

Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus In der NS-Zeit wurden Frauen, Männer und Jugendliche in diesem Krankenhaus Opfer von Medizinverbrechen. Mit dem am 1. Januar 1934 in Kraft getretenen „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ hatte das NS-Regime die „Rassenhygiene“ als Leitlinie ihrer Gesundheits- und Sozialpolitik definiert: Psychisch beeinträchtigte Menschen, aber auch Hilfsschüler*innen, Fürsorgeempfänger*innen, Langzeitarbeitslose und „Asoziale“ galten nun […]

Konstanzer Gedenkstele vor dem ehemaligen Gesundheitsamt

Das staatliche Gesundheitsamt im Nationalsozialismus In diesem Gebäude auf der Marktstätte 22 befand sich ab April 1937 das zwei Jahre zuvor gegründete und für den gesamten Kreis zuständige staatliche Gesundheitsamt Konstanz. Konstanzer Ärzte beteiligten sich hier aktiv an NS-Medizinverbrechen. Das Gesundheitsamt als Ermittlungs- und Vollzugsbehörde der NS-„Erb- und Rassenlehre“ Mit dem am 1. Januar 1934 […]

Konstanzer Gedenkstele auf dem Hauptfriedhof

In dieser Grabstätte wurden im Juli 1984 die Urnen von 183 Menschen aus Süddeutschland und Vorarlberg beerdigt, die zwischen 1940 und 1944 NS-Massenverbrechen zum Opfer fielen. Anfang April 1940 informierte Viktor Brack, einer der Hauptorganisatoren der reichsweiten „Euthanasie“-Verbrechen, die in Berlin versammelten Oberbürgermeister des deutschen Gemeindetags darüber, dass sie die Ankunft einer großen Anzahl von […]