Konstanzer Gedenkstele auf dem Hauptfriedhof

In dieser Grabstätte wurden im Juli 1984 die Urnen von 183 Menschen aus Süddeutschland und Vorarlberg beerdigt, die zwischen 1940 und 1944 NS-Massenverbrechen zum Opfer fielen.

Anfang April 1940 informierte Viktor Brack, einer der Hauptorganisatoren der reichsweiten „Euthanasie“-Verbrechen, die in Berlin versammelten Oberbürgermeister des deutschen Gemeindetags darüber, dass sie die Ankunft einer großen Anzahl von Urnen zu erwarten hätten.
Es handelte sich dabei um die sterblichen Überreste von Opfern der „Aktion T4“, mit der zwischen Januar 1940 und August 1941 über 70.000 Psychiatriepatient*innen und Anstaltsbewohner*innen reichsweit in sechs
zentralen Mordanstalten als „lebensunwert“ vergast wurden.

Wurden die in Konstanz eingetroffenen Urnen von Angehörigen nicht abgeholt oder konnten diese nicht verständigt werden, verblieben sie in einem kleinen Kellerraum des Krematoriums hier auf dem Konstanzer Hauptfriedhof. Bis zum Ende des Krieges waren knapp zweihundert Urnen zusammengekommen.

Der ehemalige Konstanzer Oberbürgermeister Bruno Helmle hat in seiner von 1959 bis 1980 andauernden Amtszeit diese Art der Verwahrung der Urnen als angemessen erachtet. Auch eine nachträgliche Verständigung der Angehörigen, von denen viele wegen der Kriegswirren nie vom Schicksal ihrer Verwandten erfahren hatten, unterband er 1961.

Erst im Herbst 1982 geriet der kleine Kellerraum bei Bauarbeiten im Krematorium in den Fokus der Öffentlichkeit. Nachdem die nun eingeschaltete Staatsanwaltschaft Konstanz ihre Ermittlungen gegen Unbekannt wegen Mordes an Opfern des NS-Regimes eingestellt hatte, wurden die Urnen am 21. Juli 1984 hier beigesetzt.

In dieser Grabstätte ruhen neben den sterblichen Überresten von Menschen, die Opfer des Mordprogramms mit dem bewusst irreführenden Namen „Euthanasie“ (griechisch für: guter, auch süßer Tod) wurden, auch vier Opfer weiterer NS-Morde:

Martha Ahrens (1902 – 1944), Katharina Allgäuer (1912 – 1941), Maria Allgäuer (1878 – 1941), Mathilde Althoff (1914 – 1940), Anton Amann (1900 – 1941), Maria Amann (1893 – 1941), Frieda Armbruster (1890 – 1941), Jakob Arnold (1903 – 1941), Elfriede Bandel (1912 – 1940), Wilhelmine Bell (1907 – 1941), Max Bereiter (1879 – 1941), Alois Bernhard (1894 – 1940), Wilhelmina Biggör (1901 – 1940), Helmut Blöd (1917 – 1940), Friedrich Böhler (1902 – 1941), Anton Bösch (1919 – 1941), Emma Bösch (1908 – 1941), Olga Bösch (1906 – 1941), Paula Bohle (1892 – 1941), Josef Bolter (1889 – 1941), Benno Bosch (1936 – 1940), Johann Brunner (1911 – 1940), Max Bucher (1906 – 1940), Maria Büchele (1897 – 1941), Emma Burtscher (1892 – 1941), Irene Burtscher (1914 – 1941), Kreszenz Burtscher (1874 – 1941), Viktoria Daikeler (1900 – 1941), Liselotte Dettlinger (1930 – 1940), Franz Xaver (Diem 1904 – 1940), Rosa Dreher (1901 – 1940), Franz Xaver Durach (1913 – 1940), Johannes Eberhard (1895 – 1940), Fritz Eberlin (1906 – 1940), Johann Ferdinand Ebert (1886 – 1940), Josef Echle (1870 – 1941), Mathias Egger (1912 – 1941), Angela Elsensohn (1902 – 1941), Jakob Ender (1881 – 1941), Maria Ender (1891 – 1941), Rosa Ender (1905 – 1941), Paulina Engenhart (1880 – 1940), Christian Erne (1890 – 1941), Josef Anton Fässler (1882 – 1940), Regine Faude (1881 – 1940), Helena Fink (1897 – 1941), Josef Fischer (1921 – 1940), Anna Flatz (1892 – 1941), Franz Josef Fleisch (1904 – 1941), Julie Flöscher (1913 – 1940), Alois Frick (1904 – 1940), Maria Gebhard (1896 – 1941), Barbara Gehringer (1871 – 1941), Ida Geiger (1885 -1941), Mathilde Geiger (1887 – 1940), Eugen Gerber (1897 -1940), Anna Giacomelli (1897 – 1941), Maria Gmeiner (1900 – 1941), Ida Gorbach (1890 – 1941), Anna Greter (1893 – 1940), Josef Grüninger (1911 – 1940), Emil Güttinger (1879 – 1940), Leopold Häfele (1909 – 1941), Ferdinanda Hämmerle (1898 – 1941), Maria Hagen (1905 – 1941), Luzia Hahn (1907 – 1940), Franz Xaver Haltmeyer (1872 – 1941), Albert Hambrecht (1898 – 1944), Ludwig Held (1900 – 1941), Auguste Herrmann (1885 – 1940), Anna Hillbrand (1884 – 1941), Herta Hirsch (1920 – 1941), Elsa Hölzer (1891 – 1940), Anton Hölzle (1900 – 1940), Frieda Hofgärtner (1908 – 1940), Josefine Hold (1904 – 1940), Berta Hollenstein (1878 – 1941), Karolina Hollenstein (1870 – 1941), Karl Huber (1908 – 1940), Erwin Hummel (1887 – 1940), Elise Huster (1905 – 1940), Edith Jelly (1902 – 1941), Theodora Kabusreuther (1884 – 1940), Maria Kammerlander (1896 – 1941), Karl Katz (1892 – 1940), Paul Kauth (1910 – 1940), Heinrich Keller (1909 – 1940), Gottlieb Keppeler (1881 – 1940), Johann Kieber (1878 – 1941), Konstantin Klees (1885 – 1940), Anna Knöpfler (1884 – 1941), Anna Koch (1886 – 1940), Ferdinand Koch (1898 – 1940), Anastasia Kocheise (1888 – 1940), Julius König (1902 – 1941), Josef Kramer (1893 – 1940), Franz Kunzelmann (1912 – 1941), Katharina Lampert (1913 – 1941), Rosa Lang (1902 – 1940), Gustav Laschan (1902 – 1941), Peter Lau (1875 – 1940), Maria Laxhuber (1891 – 1941), Gustav Leibbrandt (1897 – 1940), Anna Lenz (1915 – 1941), Paulina Locher (1899 – 1940), Wilhelm Lüttin (1888 – 1940), Anton Luger (1881 – 1941), Martin Lutz (1916 – 1940), Anton Mähr (1919 – 1941), Juliane Mähr (1902 – 1941), Andreas Mark (1901 – 1941), Katharina Marte (1882 – 1941), Rudolf Matt (1915 – 1941), Katharina Mayer (1896 – 1941), Luise Meissner (1902 – 1942), Johanna Merkle (1872 – 1940), Johann Messmer (1883 – 1943), Agnes Meusburger (1878 – 1941), Georg Meyer (1907 – 1941), Franz Miller (1886 – 1941), Julius Miller (1876 – 1940), Theresia Möggenried (1895 – 1940), Marie Motz (1902 – 1940), Rolf Mühlhahn (1940 – 1944), Oskar Müller (1912 – 1940), Agathe Nägele (1862 – 1941), Josef Nägele (1894 – 1941), Anna Nigsch (1909 – 1941), Anna Noggler (1913 – 1941), Anton Noggler (1910 – 1941), Franziska Nothdurft (1886 – 1940), Martin Nutz (1888 – 1940), Johann Österle (1888 – 1941), Mathilde Ortolf (1898 – 1940), Helene Ott (1911 – 1940), Adolf Pasler (1897 – 1941), Kurt Peter (1922 – 1941), Raimunda Prossliner (1866 – 1941), Peter Regensburger (1893 – 1941), Anna Rehm (1889 – 1940), Josefine Renker (1889 – 1940), Paul Reuther (1905 – 1941), Luise Riesterer (1874 – 1940), Theresia Rietzler (1891 – 1940), Agatha Rueff (1896 – 1940), Johanna Rüffle (1905 – 1940), Emil Josef Ruh (1888 – 1940), Theresia Rumpel (1890 – 1940), Alois Scheffknecht (1882 – 1941), Josef Scheyer (1892 – 1941), Rosa Schlegel (1900 – 1940), Johann Schmid (1901 – 1941), Josefine Schneider (1907 – 1940), Ida Schregenberger (1910 – 1941), Karl Schwank (1909 – 1942), Stefan Siegrist (1885 – 1941), Josefine Sparr (1905 – 1941), Anna Stadelhofer (1884 – 1940), Klothilde Stemmer (1916 – 1941), Berta Steurer (1874 – 1941), Paula Streicher (1910 – 1940), Kurt Ströhle (1922 – 1940), Josef Ströhle (1913 – 1941), Ernestine Tamanini (1885 – 1941), Anna Thaler (1885 – 1941), Adelheid Thurnher (1871 – 1941), Sofie Toth (1888 – 1941), Marie Trawöger (1883 – 1940), Wilhelm Tscheulin (1914 – 1940), Christian Wachter (1877 – 1941), Klementine Wachter (1884 – 1941), Stefanie Wäldele (1895 – 1940), Max Weeber (1877 – 1940), Berta Weingardt (1905 – 1940), Emma Weiss (1910 – 1941), Hulda Weisser (1880 – 1940), Johann Werkmeister (1871 – 1940), Elisabeth Wicker (1899 – 1940), Johanna Wiedmann (1884 – 1940), Emma Wille (1924 – 1941), Johanna Willi (1875 – 1941), Katharina Wohlgenannt (1874 – 1941), Josef Zeller (1901 – 1941).

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