Veranstaltungen im Jahr 2025
| 27.11.2025 | Sven Reichardt: Neuerfindung des Faschismus? Inwiefern kann man die Rechtspopulisten heute mit den Faschisten der Zwanzigerjahre vergleichen? Der Vortrag widmet sich den historischen Parallelen und Unterschieden zwischen dem Rechtsradikalismus in den zwanziger Jahren des 20. und dem des 21. Jahrhunderts. Verglichen wird erstens die Rhetorik und der Inhalt, zweitens der Stil und das Auftreten und drittens die sozialen und kulturellen Hintergründe für den Aufstieg des historischen Faschismus und des Rechtspopulismus heute. In beiden Fällen beziehen sich die Beobachtungen auf Europa und die USA. Professor Dr. Sven Reichardt ist ordentlicher Professor für Zeitgeschichte am Fachbereich Geschichte, Soziologie, Sportwissenschaft und empirische Bildungsforschung der Universität Konstanz Kooperationsveranstaltung der vhs Landkreis Konstanz, der Initiative Stolpersteine für Konstanz – gegen Vergessen und Intoleranz und dem Bündnis Konstanz für Demokratie – Klare Kante gegen rechts in Stadt und Landkreis ![]() | |
| Danke! Mit großer Traurigkeit nehmen wir Abschied von Erhard Roy Wiehn, der am 24.11.2025 verstorben ist. Erhard Roy Wiehn hat die Initiative Stolpersteine für Konstanz von Beginn an mitgeprägt und begleitet. Mit seiner tiefen Empathie, seinem feinen Gespür für die Schicksale der Menschen und seinem unermüdlichen Engagement hat er entscheidend dazu beigetragen, dass Erinnerungskultur in unserer Stadt lebendig bleibt. Sein Einsatz war geprägt von Menschlichkeit, Respekt und dem festen Willen, den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus ein anhaltendes Andenken zu bewahren und ihnen eine Stimme zu geben. Wir verlieren mit ihm einen Wegbegleiter, der uns durch seine Warmherzigkeit, seinen feinen Humor, seine Offenheit und seine persönliche Verpflichtung zur Erinnerung und gegen Antisemitismus beeindruckt und bereichert hat. Seine Impulse wirken weiter – in den Projekten, Gesprächen und Begegnungen, die er ermöglicht hat. Wir werden seine für uns immer offene Türe sehr vermissen. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Mirjam und allen, die ihm nahestanden. Wir werden ihn und sein Wirken in Ehren halten. ![]() | |
| 10.11.2025 | „Wenn was durch was durchgeht – Lebenswege nach 1945“ Szenisch-musikalische Lesung anlässlich des Gedenkens an die Novemberpogrome 1938 Die Geschichte endet nicht mit dem Krieg. Sie setzt sich fort – in Erinnerungen, in Schicksalen und Familiengeschichten über Generationen hinweg, und im Schweigen. Das Ensemble Lautwärts bringt Stimmen aus verschieden Zeiten zusammen, Stimmen des Verlustes, aber auch der Hoffnung – Stimmen von Überlebenden, ihren Kindern und Enkeln, die mit den Schatten der Vergangenheit in die Zukunft gehen. In Lyrik und Prosa erzählen Julia Katterfeld und Frank Streichfuss von Kriegstraumata, von Sprachlosigkeit und Schweigen, aber auch vom Drang der zweiten und dritten Generation, endlich zu sprechen, zu verstehen und zu bewältigen. Dokumentarisches und Literarisches verbinden sich mit Musik von Andreas Geyer, die tröstet, die aufrüttelt, zu einem bewegenden Zusammenspiel von Wort und Klang. Das Ensemble Lautwärts bringt Literatur auf die Bühne, macht das Geschriebene erlebbar, das Nichtsagbare hörbar. Julia Katterfeld (Wort) studierte Sprechkunst und Sprecherziehung an der HMDK Stuttgart. Sie ist Dozentin für Phonetik und Sprechen an der StageArt Musical and Theater School in Zürich und liest Hörbücher für die HSL Hörmedienproduktion in Kreuzlingen. Frank Streichfuss (Wort) studierte gemeinsam mit Julia Katterfeld Sprechkunst und Sprecherziehung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Als Sprecher ist er unter anderem für ARD, SWR, Arte und PHOENIX aktiv. Frank Streichfuss arbeitet als Dozent für Sprecherziehung am Mozarteum in Salzburg, wo er auch seinen Lebensmittelpunkt hat. Multiinstrumentalist Andreas Geyer studierte klassische Klarinette und Saxophon Jazz/Pop an der staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Seit 2010 ist er festes Mitglied des „Stage Apollo Theaters Stuttgart“. als Komponist und Arrangeur ist er ständig darauf aus, neue Aspekte zu entdecken: Sei es in der Stilistik, der Besetzung oder beim Instrumentarium (Klarinette, Saxophon, Ethnoinstr., Percussion). ![]() | |
| 22.10.2025 | Gedenkweg anlässlich der Oktoberdeportation 1940 Am 22. Oktober 1940 wurden über 6 500 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Baden und der Saarpfalz in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert. Zahlreiche Deportierte kamen in Gurs und anderen südfranzösischen Lagern ums Leben, Tausende wurden ab 1942 in die Vernichtungslager in den Osten deportiert und ermordet. Auch aus Konstanz wurden an diesem Tag 112 Juden und Jüdinnen ausgehend vom damaligen Güterbahnhof in Petershausen deportiert. Auch in diesem Jahr erinnern Konstanzer Schülerinnen und Schüler, Studierende und Konstanzer Bürgerinnen und Bürger an die aus Konstanz deportierten Jüdinnen und Juden und laden zusammen mit der Initiative „Stolpersteine für Konstanz – gegen Vergessen und Intoleranz“ und der Synagogengemeinde Konstanz zur Teilnahme ein. Weitere Informationen zur Oktoberdeportation und zum Mahnmal: www.oktoberdeportation-konstanz.de/ ![]() | |
| 22.10.2025 | Gedenken an die Oktoberdeportation 1940 Am 22. Oktober 1940 wurden über 6 500 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Baden und der Saarpfalz in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert. Zahlreiche Deportierte kamen in Gurs und anderen südfranzösischen Lagern ums Leben, Tausende wurden ab 1942 in die Vernichtungslager in den Osten deportiert und ermordet. Auch aus Konstanz wurden an diesem Tag 112 Juden und Jüdinnen ausgehend vom damaligen Güterbahnhof in Petershausen deportiert. Es wird für jedes der 112 Opfer eine Kerze angezündet und es werden alle Namen verlesen. Auch werden Namen und Fotos der deportierten Juden und Jüdinnen projiziert und es wird ein biografischer Bericht verlesen. Das Gedenken wird musikalisch begleitet durch Alexander Hanßmann. Die Mahnwache wird gemeinsam mit der Synagogengemeinde ausgerichtet. ![]() | |
| 21.10.2025 | Christoph Reichert: Was ein funktionierender Rechtsstaat für die Demokratie bedeutet – Einblicke aus dem Alltag eines Gerichtspräsidenten Demokratie und funktionierender Rechtsstaat sind zwei untrennbar miteinander verbundene Prinzipien. In der Theorie ist das einfach. Doch was bedeutet das in der Praxis? Welche Gefahren drohen der Demokratie, wenn ein Rechtsstaat ausgehöhlt wird? Wie können wir dem begegnen? Gerichtspräsidentinnen und -präsidenten stehen in der Verantwortung, das Funktionieren der Gerichte in ihrem Verantwortungsbereich sicherzustellen, zugleich aber die Unabhängigkeit der Richterinnen und Richter zu bewahren und gegen Angriffe von außen zu verteidigen. Unabhängige Richterinnen und Richter unterliegen keinen Weisungen in Bezug auf ihre rechtsprechende Tätigkeit. Zugleich unterliegt ein Gericht gesellschaftlichen Veränderungsprozessen und Einflüssen, müssen Richterinnen und Richter in ihrer Leistung beurteilt werden, um die besten Köpfe für herausgehobene Positionen zu finden, und muss die Gerichtsleitung dafür sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger in angemessener Zeit zu ihrem Recht kommen. Alles unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer leicht. Die Arbeit für den Rechtsstaat ist wichtig, im Kleinen wie im Großen. Der Vortrag informiert über die Voraussetzungen für das Funktionieren der Gerichte und lädt dazu ein, über die Bedeutung einer unabhängigen Justiz für die Demokratie nachzudenken und mitzudiskutieren. Kooperationsveranstaltung der vhs Landkreis Konstanz, der Initiative Stolpersteine für Konstanz – gegen Vergessen und Intoleranz und dem Bündnis Konstanz für Demokratie – Klare Kante gegen rechts in Stadt und Landkreis ![]() | |
| 09.11.2025 | Mahnwache zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938 Die Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ wird sich auch in diesem Jahr am 9. November an den bundesweiten Mahnwachen zum Gedenken an die Pogromnacht beteiligen. Bei der Mahnwache werden am 9. November 2025 in der Zeit von 18.00 – 18.30 Uhr alle Stolpersteine in der Stadt geputzt, und zum Gedenken wird an jedem Stein eine Kerze entzündet, eine Blume niedergelegt und die Biografie vorgestellt. Die Mahnwache steht unter dem Motto „Den Toten ehrendes Gedenken und Mahnung für heute!“. Für Konstanz hat Oberbürgermeister Uli Burchardt die Schirmherrschaft übernommen. ![]() | |
| 20.09.2025 | Theaterfest 2025 Das Theater Konstanz lädt ein zum großen Theaterfest am Samstag, den 20. September 2025 ab 15:00 Uhr Seien Sie gespannt auf ein vielfältiges Programm mit einigen Überraschungen gleich zum Auftakt der Spielzeit 2025/26: von Führungen hinter die Kulissen, musikalischen Einlagen, Technikshow, Lesungen über ein buntes Kinderprogramm bis zum beliebten Kostümverkauf. Währenddessen ist auch für Ihr leibliches Wohl an diesem Tag im und um das Theater herum gesorgt. Krönender Abschluss wird unsere Gala zum Spielzeitmotto „Klasse Gesellschaft“ um 19:00 Uhr im Stadttheater mit anschließender Party. Unseren Infostand finden Sie in der Kooperationsmeile und wir freuen uns, wenn Sie bei uns vorbeischauen und mit uns ins Gespräch kommen. ![]() | |
| 03.07.2025 | Meron Mendel, Saba-Nur Cheema: Muslimisch-jüdisches Abendbrot. Das Miteinander in Zeiten der Polarisierung Die Welt ist aus den Fugen. Juden, Muslime, Deutsche, Einwanderer stehen einander in neuer Unversöhnlichkeit gegenüber. Was hilft? Reden, um Vorurteile und Hass abzubauen. Unterschiedlicher könnten sie nicht sein: Saba-Nur Cheemas Familie kommt aus Pakistan, sie selbst ist in einem Frankfurter Brennpunktviertel aufgewachsen, geprägt vom konservativ-muslimischen Gemeindeleben. Meron Mendel ist in Israel geboren und in einem Kibbuz mitten in der Wüste aufgewachsen, geprägt vom Militärdienst im Westjordanland und im Libanon, bevor er zum Studium nach Deutschland kam. Als Paar blicken sie nun gemeinsam auf die sich immer weiter polarisierende Welt und sprechen darüber. Ihr Buch beginnt an ihrem Abendbrottisch, an dem sie sich über den Alltag in Frankfurt Gedanken machen und über die großen Fragen der Zeit – und wie alles miteinander zusammenhängt. Dabei stellt sich heraus, wie erhellend der Blick des jeweils anderen sein kann und wie viele Gemeinsamkeiten es in der vermeintlichen Differenz gibt. In ihren Essays, die persönlich und politisch zugleich sind, geht es um Küchenschubladen, Kindererziehung und Kolonialismus. Um Identitätspolitik, den Nahostkonflikt, Ramadan-Beleuchtung in der Innenstadt und Weihnachtsbäume. Ihr Buch ist eine Analyse unserer Gegenwart, ein Plädoyer für Offenheit auch in schwierigen Zeiten – und eine Einladung, miteinander zu reden. ![]() | |
| 27.06.2025 | Jens Bisky: “Die Entscheidung – Deutschland 1929 bis 1934” Als im Oktober 1929 Gustav Stresemann, der erfolgreiche Außenminister, starb, fragten sich die Zeitgenossen, wie es nun mit der Republik weitergeht. Gerade formierte sich eine faschistische Koalition, die 1933 dann an die Macht kam; Bauern warfen Bomben, die öffentlichen Haushalte litten unter wachsenden Defiziten, bald schien das parlamentarische System gelähmt. Demokratische Republik oder faschistischer Staat – so lautete ab dem Sommer 1930 die Alternative. Was folgte – der Aufstieg radikaler Kräfte, die Pulverisierung der bürgerlichen Milieus, der Aufruhr der Mittelschichten, die Selbstüberschätzung der Konservativen und Nationalisten, die sich einbildeten, Hitler zähmen zu können, Verelendung und Bürgerkriegsfurcht –, mündete in die verbrecherischste Diktatur des 20. Jahrhunderts. Jens Bisky erzählt, wie die Weimarer Republik in einem Wirbel aus Not und Erbitterung zerstört wurde. Es kommen Politiker und Journalisten der Zeit zu Wort, erschöpfte Sozialdemokraten, ratlose Liberale, nationalistische Desperados, Literaten, Juristen, Offiziere. Wie nahmen sie die Situation wahr? Welche Möglichkeiten hatten sie? – Das große Panorama einer extremen Zeit, die noch immer ihre Schatten auf die Gegenwart wirft. Jens Bisky, geboren 1966 in Leipzig, studierte Kulturwissenschaften und Germanistik in Berlin. Er war lange Jahre Feuilletonredakteur der «Süddeutschen Zeitung» und arbeitet seit 2021 am Hamburger Institut für Sozialforschung. Er ist Autor viel beachteter Bücher, darunter «Geboren am 13. August» (2004), «Unser König. Friedrich der Große und seine Zeit» (2011) und «Berlin. Biographie einer großen Stadt» (2019). 2017 verlieh ihm die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay. ![]() | |
| 03.06.2025 | „Den Tagen, die kommen, gewachsen zu sein“ Uschi Otten (freischaffende Autorin, Dramaturgin und Regisseurin) stellt die Lebensgeschichte Zenzl Mühsams in Briefen und Dokumenten vor. Der Name des jüdischen Dichters und anarchistischen Revolutionärs Erich Mühsam mag manchen im Gedächtnis sein, vielleicht auch sein Ende in einem deutschen KZ. Kaum bekannt aber ist, in welchem Maße sein Leben und Wirken mit dem seiner Frau Zenzl verbunden war, der wir die Überlieferung seiner Schriften verdanken. Dabei war die bayerische Bauerntochter, die 1915 den jüdischen Apothekersohn zum Gatten nahm, nicht allein Muse seiner Bänkellieder, die den umtriebigen Bohemien mit ihrem Liebreiz, den brotlosen Dichter mit ihren Kochkünsten bestrickte, sondern ebenbürtige Gefährtin, die ohne ideologische Bindung, sondern aus eigener Lebenserfahrung ein Ziel mit ihm teilte: eine von Gewalt und Unterdrückung befreite Menschheit. Sie stand 1918 an Mühsams Seite, als er die Münchner Bevölkerung zur Beendigung des Weltkriegs und zur Revolution aufrief, und setzte sich während seiner nachfolgenden Festungshaft für die Amnestie der Räterevolutionäre ein. Nach Mühsams Ermordung 1934 floh sie mit seinem Nachlass nach Prag. Dieser Ort wurde zum schicksalhaften Wendepunkt, der sie in eine zwanzigjährige Odyssee durch den Stalin´schen Gulag führte. Erst 1955 gestattete man der 71-jährigen Anarchisten-Witwe die Rückkehr nach Ost-Berlin, wo sich nicht nur für ihr Schicksal Verantwortliche in höchsten Staatsfunktionen befanden, sondern auch frühere Weggefährten, auf deren Unterstützung sie zählte. Nach kurzzeitiger Öffnung zuvor gesperrter Archive lässt sich dieser blinde Fleck deutscher Exilgeschichte erhellen und anhand von Briefen und Dokumenten der Lebensweg einer unbeugsamen Frau nachvollziehen, der von den politischen Hoffnungen und Niederlagen des 20. Jahrhunderts gezeichnet ist. Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit Volkshochschule Landkreis Konstanz e.V. und VVN-BdA Kreis Konstanz. ![]() | |
| 20.05.2025 | Stolpersteinverlegung Verlegung von 7 weiteren Stolpersteinen Hindenburgstraße 18: ANTON WAHL Säntisstraße 4: ANNA MADLINGER Marktstätte 24: ELSA FALKENSTEIN Bruderturmgasse 6: BERTA COHN Bodanstraße 25: RACHEL STEINEM Hüetlinstraße 12: KARL LUMPP Marienhausgasse 4: FRIEDA BÖHLER ![]() | |
| 19.05.2025 | Offizielle Übergabe der Stolpersteine an die Stadt Konstanz Im Anschluss Vortrag von Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems: „… nach illegal? Von Flucht, Asyl und Ausschaffung. Die Schweiz als Transit 1938 und 1945“ Wie errichtet man ein nationales Schweizer Memorial, das an die widersprüchliche Geschichte von Aufnahme und Abweisung erinnert, die die Schweizer Flüchtlingspolitik in den Jahren um den Zweiten Weltkrieg gekennzeichnet hat? Das Jüdische Museum Hohenems widmet dieser Geschichte seit einigen Jahren symbolische Grenzsteine und Audioinstallationen. Nun soll daraus auch ein fester Ort werden, ein „Vermittlungszentrum Flucht“ als transnationaler Bestandteil eines nationalen Erinnerungsprojektes. Tausende von Menschen, Jüdinnen und Juden, politische Widerständler*innen und Zwangsarbeiter*innen, Kriegsgefangene und Deserteure versuchten zwischen 1933 und 1945 über den Rhein in die Freiheit zu gelangen. Kamen die Ersten schon unmittelbar nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 über Basel in die Schweiz, so wie Tausende andere in die Nachbarländer des Deutschen Reiches flohen, so verdichtete sich das Fluchtgeschehen 1938 auf die Grenze am Alpenrhein zwischen Bodensee und Feldkirch und am Hochrhein zwischen Konstanz und Basel. Ein Team des Jüdischen Museums und ein hochkarätiger Beirat in der Schweiz arbeiten nun daran, die Grundlagen für einen lebendigen Vermittlungsort am alten Rhein zwischen Hohenems und Diepoldsau zu entwickeln – und die vielen individuellen Lebensgeschichten der Geflüchteten und ihrer Nachkommen zu rekonstruieren. Geschichten, die irritierende Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen. | |
| 16.05.2025 | Das SS-Massaker von Sant’Anna di Stazzema und der Unwille der deutschen Justiz Von dem Versuch, die Anklage gegen die Nazi-Mörder zu erzwingen Gabriele Heinecke ist die deutsche Anwältin, die seit 2005 die Opfer und Angehörigen des Massakers von Sant’Anna in Deutschland vertreten hat und versuchte, die Verantwortlichen hier vor Gericht zu bringen. Mit großer Hartnäckigkeit gelang es ihr, die Ermittlungen wieder aufnehmen zu lassen, die die Stuttgarter Justiz 2012 zu den Akten gelegt hatte. Gegen den letzten noch lebenden Soldaten kam es nicht zur einem Prozess, weil er laut Gutachten aus gesundheitlichen Gründen nicht verhandlungsfähig war. Sie engagiert sich nach wie vor für Gerechtigkeit und für das Gedenken an das Massaker und reist regelmäßig nach Sant’Anna, wo sie2016 zur Ehrenbürgerin ernannt wurde. ![]() | |
| 15.05.2025 | Filmvorführung „In Liebe, eure Hilde“ Berlin 1942. Hilde ist verliebt. In Hans. In ihrer Leidenschaft vergessen die beiden oft Krieg und Gefahr. Dann sind sie nur zwei junge Menschen am Beginn ihres Lebens. Hilde bewundert den Mut ihres Liebsten. Er bewegt sich in Widerstandskreisen. Sie selbst ist eher ängstlich, beteiligt sich aber immer beherzter an den Aktionen einer Gruppe, die man später die „Rote Kapelle“ nennen wird. Es ist der schönste Sommer ihres Lebens. Als er sich neigt, werden alle verhaftet. Und Hilde ist im achten Monat schwanger. Im Gefängnis bringt sie ihren Sohn zur Welt und entwickelt eine Kraft, die ihr niemand zugetraut hätte. „In Liebe, eure Hilde“ ist die achte gemeinsame Arbeit von Regisseur Andreas Dresen und Drehbuchautorin Laila Stieler. Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Hilde und Hans Coppi, die in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurden. Insgesamt wurden zwischen 1942 und 1943 mehr als 50 Mitglieder der „Roten Kapelle“ ermordet. Der Film erzählt eine nahezu zeitlose, wuchtige Liebesgeschichte über Anstand und Widerstand, Intuition und zivile Courage, Würde und Angst. „In Liebe, eure Hilde ist ein leiser Film, der nicht historisiert, sondern sich in eine zeitlos aktuelle Auseinandersetzung begibt, über Anstand und Widerstand.“ ARD Titel Thesen Temperamente Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit VVN-BdA Kreis Konstanz. ![]() | |
| 14. – 31.05.2025 | Ausstellung „ÜberLeben Erzählen. Sant’Anna di Stazzema, 12. August 1944/2024“ Die Ausstellung widmet sich den Kindern von Sant’Anna di Stazzema, die das SS-Massaker am 12. August 1944 überlebt haben. Sie, ihre Kinder und Enkel erzählen auf sehr unterschiedliche Weise über das Leben mit und nach dem Massaker. Ihre Erzählungen können Besucher und Besucherinnen in Bild, Ton, Film und Texten vom 14. bis 31. Mai 2025 auf sich wirken lassen. Die Ausstellung wurde von ca. 40 Studierenden der Universität Konstanz unter Leitung der Ethnologin Dr. Maria Lidola, der Literaturwissenschaftlerin Dr. Sarah Seidel und Petra Quintini erarbeitet. ![]() | |
| 06. – 10.05.2025 | Gedenkveranstaltungen zum 80. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus Nie wieder Faschismus! „Die endgültige Zerschmetterung des Nazismus ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ideal.“ So endete die Gedenkansprache der befreiten Häftlinge von Buchenwald am 19. April 1945, heute als Schwur von Buchenwald bekannt. Die Befreiung vom Joch des deutschen Faschismus hat die Hoffnung geweckt, dass Rassismus und Antisemitismus überwunden werden können und ein friedliches Miteinander möglich wird. Stattdessen mussten die Verfolgten des Naziregimes schon bald wieder Verfolgung und menschliche Demütigungen erfahren. Und bis heute werden Menschen ausgegrenzt, verfolgt und diffamiert. Aktuell sehen wir das Erstarken rechtsradikaler Positionen, die unsere Demokratie und das vielfältige Zusammenleben gefährden. Nie wieder Krieg! Krieg ist niemals eine Lösung von Konflikten. Eine Lehre aus dem Faschismus muss sein, dass es eine Entspannungspolitik und internationale Kooperationen erfordert, um friedlich zusammenzuleben. Wie wir heute sehen, sind wir von diesen Zielen weit entfernt. Wir sehen uns mit einem Krieg konfrontiert, den die russische Regierung gegen die Ukraine führt und der durch nichts zu rechtfertigen ist. Angesichts des weltweiten Aufrüstens und der aktuellen Kriege bleiben wir bei unserer Forderung: Abrüsten statt Aufrüsten – und zwar überall auf der Welt. ![]() | |
| 10.05.2025 | Gemeinsames Stolpersteine-Putzen Gemeinsam werden wir anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung in Kleingruppen oder einzeln die Stolpersteine in der Innenstadt putzen und optional mit Kreide markieren/beschriften und Blumen niederlegen. ![]() | |
| 08.05.2025 | Lesung „Schicksalsstunden einer Demokratie“ Lesung von Mitgliedern des Ensembles vom Theater Konstanz aus Volker Ulrich „Schicksalsstunden einer Demokratie – Das aufhaltsame Scheitern der Weimarer Republik“ Demokratien sind fragil. Freiheiten, die fest errungen scheinen, können verspielt werden. Wenige historische Ereignisse verdeutlichen dies so eindringlich wie das Scheitern der Weimarer Republik. Nichts war zwangsläufig oder unvermeidbar. Die Schicksalsstunden einer Demokratie, es gab sie von den Anfängen in der Revolution von 1918 bis zu den verhängnisvollen Tagen im Januar 1933. Es kommt auf die konkreten Handlungen einzelner Personen an – damals wie heute. Ein Buch, das beklemmende Parallelen zur Gegenwart zeigt. ![]() | |
| 08.05.2025 | Führung zu den Stolpersteinen Ausgehend von der Stolperschwelle vor dem ehemaligen Erbgesundheitsgericht werden bei dem Rundgang durch die Konstanzer Innenstadt ausgewählte Biografien von Opfern des nationalsozialistischen Terrors – Jüdinnen und Juden, Eugenik-Opfer, Homosexuelle, politische Opfer und Zeugen Jehovas – ausführlich und exemplarisch vorgestellt. Die Führung endet vor dem Theater am Stolperstein für Willy Schürmann-Horster. ![]() | |
| 06.05.2025 | „Ich habe Angst, dass wieder Krieg kommt“ Buchpräsentation „Endstation Rüstungsindustrie“ und Kurzfilm „Wie Dachau an den See kam …“ „Die Erinnerung zu bewahren, ist wichtig. Ich habe Angst, dass wieder Krieg und schlimme Ereignisse auf uns alle zukommen“, so die aus Charkiw stammende Olga Elena Jemez im Interview kurz vor ihrem Tod 2017. In ihrer Jugend war Charkiw von den Nazis besetzt, heute wird die Stadt wieder angegriffen. In der Ukraine sterben erneut Tausende junger Menschen im Krieg. Mit dem kleinen Buch „Endstation Rüstungsindustrie“, welches an diesem Abend seine Erstpräsentation feiert, liegen zwei Interviews mit exemplarischen Geschichten von aus der heutigen Ukraine (damals Sowjetunion) stammenden jungen Menschen als Zeitdokument vor. Beide wurden im Zweiten Weltkrieg in Güterwaggons zur Zwangsarbeit beziehungsweise KZ-Häftlingsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie verschleppt. Wassiliy Sklarenko wurde über Dachau in das Außenlager Überlingen zum Bau eines Stollens für die Friedrichshafener Rüstungsindustrie deportiert. Olga Elena Jemez wurde zur Zwangsarbeit nach Hambühren bei Celle nahe dem Konzentrationslager Bergen-Belsen verschleppt. Dort erlebte sie die Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1945. Die Interviews sind im Rahmen von Filmprojekten des Konstanzer Dokumentarfilmers Jürgen Weber entstanden. Die Geschichte von Wassiliy Sklarenko wird im Kurzfilm „Wie Dachau an den See kam …“ aus dem Jahr 1995 im Rahmen der Veranstaltung gezeigt. Eine Lesung aus dem kleinen Buch und eine Diskussion zu Krieg und Befreiung folgen im Anschluss. ![]() | |
| 25.01. – 13.04.2025 | Führungen | Sonderpräsentation “Das KZ vor der Haustür” Die Sonderpräsentation im Foyer des ALM zeigt Funde aus baden-württembergischen Konzentrationslagern, die bei Grabungen und Geländebegehungen geborgen wurden. Die auf den ersten Blick unscheinbaren Objekte werden im Zusammenhang mit den Fundorten zu unmittelbaren Zeugen der furchtbaren Ereignisse und erzählen so von den NS-Verbrechen. Nach der Besichtigung der Sonderpräsentation werden Stolpersteine und weitere Spuren der NS-Zeit in der Umgebung des ALM aufgesucht. Biografien, bauliche Zeugnisse und andere Hinweise erlauben einen lokalen Zugang zur NS-Geschichte in Konstanz. Die Führungen werden in Kooperation mit der Initiative „Stolperstein-Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ durchgeführt. 2015-ALM-Sonderpraesentation-Natzweiler-Flyer | |
| 01.04.2025 | Marcus Bensmann: Niemand kann sagen, er hätte es nicht gewusst Marcus Bensmann präsentiert die Erkenntnisse vieljähriger Recherchen des CORRECTIV-Netzwerks über die AfD. Anhand ihrer eigenen Aussagen rekonstruiert er die Pläne der Partei: vom Potsdamer Geheimtreffen bis zur geplanten Abschaffung von Grundwerten. Als Rechtsextremismus-Experte des Recherchenetzwerks CORRECTIV war Marcus Bensmann über Jahre hinweg auf Parteitagen, Kreisversammlungen und anderen Treffen der rechten Szene dabei, analysierte die Verlautbarungen und Programme rechter Netzwerke und die Bücher ihrer Protagonisten, verfolgte die Entwicklung der AfD von der professoralen Anti-Euro-Partei bis zur rechtsradikalen Übernahme durch den völkischen Flügel und die immense Radikalisierung an der Parteispitze. Aus den Ergebnissen vieljähriger CORRECTIV-Recherchen setzt Bensmann zusammen, welche Pläne die Radikalen an der Parteispitze und ihre Einflüsterer verfolgen und was Deutschland blühen wird, sollten sie einst tatsächlich tun können, was sie wirklich wollen: Es geht um die Vertreibung von Millionen von Menschen, die Hinwendung zu Russland und China und die Abschaffung der universellen Menschenrechte. Der Referent: Marcus Bensmann (»ein brillanter Investigativreporter«, Markus Lanz) berichtete 20 Jahre lang für deutsche Medien in Zentralasien, dem Kaukasus, Afghanistan, Iran und dem Irak. Er recherchiert seit 2014 für CORRECTIV, u.a. als Experte der Neuen Rechten. Eine Kooperation der Volkshochschule Landkreis Konstanz, der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg mit der VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz, der Initiative Stolpersteine für Konstanz – gegen Vergessen und Intoleranz und dem Bündnis Konstanz für Demokratie – Klare Kante gegen rechts in Stadt und Landkreis ![]() | |
| 26.03.2025 | Wir waren begeistert. Warum? Ausstellungsführung und Rundgang in Bregenz Die Fotos des Bregenzer Nationalsozialisten Werner Schlegel aus den Jahren 1938–. 1941. Er war fasziniert von der antidemokratischen Hemmungslosigkeit und Brutalität, mit der die Ziele der völkischen Neuordnung und der vermeintlichen Rasseneinheit durchgesetzt wurden – auch unter Einsatz modernster Technik. Raffinierte Inszenierungen begeistern die Massen und fesselten sie. Schlegel dokumentierte viele Veranstaltungen mit seiner Kamera. Seine Bilder provozieren die Frage nach den Ursachen der Begeisterung und deren Folgen. Er selbst war unter den Gefallenen des letzten Kriegsjahres. Führung durch Bregenz: “Widerstand, Verfolgung und Desertion” Ausgehend vom Bregenzer Widerstands- und Desertionsmahnmal werden Stationen im Zentrum von Bregenz besucht, an welchen lokale Aspekte der Geschichte des Nationalsozialismus erkundet werden. Zentrale Inhalte sind die Verfolgung von Deserteuren und JüdInnen wie auch Menschen, die Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime leisteten. Dabei stehen die Lebensgeschichten von Menschen im Mittelpunkt. Organisiert von Bündnis „Konstanz für Demokratie – klare Kante gegen rechts in Stadt und Landkreis“ und Initiative „Stolpersteine für Konstanz – gegen Vergessen und Intoleranz“ ![]() | |
| 12.03.2025 | Lesung “Zwischen Herd und Hakenkreuz” Am Anfang steht ein frappierender Fund: Briefe einer glühenden Nationalsozialistin, hunderte davon, aus der Feder der eigenen Großmutter. Barbara Bonhage, Enkelin und NS-Historikerin, entziffert die Korrespondenz ihrer Oma Hilde (1907–1945). Sie verfasst eine kritische Biografie der verblendeten, gebildeten Frau, die in leitender Funktion in der NS-Frauenschaft Propaganda betrieb und zur«Germanisierung» der besetzten, polnischen Gebiete beitrug. Im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann, die das Geleitwort zum Buch verfasst hat, wird über die zentralen Themen des Textes diskutiert und Raum für Austausch und Reflexion geschaffen. Eine Kooperation zwischen der Initiative “Stolperstein für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz”, der Volkshoschule Landkreis Konstanz, und des Bündnis “Konstanz für Demokratie – Klare Kante gegen rechts in Stadt und Landkreis“ ![]() | |
| 21.02.2025 | Alarmstufe Rot für die Demokratie Der Rechtsextremismus bedroht die Demokratie in Deutschland unmittelbar. Arne Semsrott zeigt eindrücklich: Unsere Institutionen sind angreifbar, Bürokratie und Verwaltung scheinen fragiler denn je. Schulen, Finanzämter, Ministerien, öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Polizei bilden das demokratische Fundament unserer Gesellschaft – doch was geschieht, wenn sie fallen? Und wie lassen sich Verfassung und Gewaltenteilung verteidigen, wenn Rechte beginnen, den Staat umzubauen, um ihre Macht langfristig zu festigen? Semsrott zeigt in seinem brandaktuellen Sachbuch ganz konkret, welche Mittel Gewerkschaften, Beamte, Justiz, Medien, Unternehmen und die Zivilgesellschaft nutzen können, um einer rechten Machtübernahme zu begegnen. Er diskutiert unter anderem – Generalstreiks, Streikpartnerschaften und politische Streiks, – Möglichkeiten, um rechte Richter in der Justiz transparenter zu machen, – die Vorteile eines Demokratiefördergesetzes, – das Remonstrationsrecht, das besagt, dass Beamte rechtswidrigen Befehlen nicht gehorchen dürfen, – was eine Änderung des Wahlrechts bewirken könnte, – das Leaken von Informationen und Whistleblowing, – ein „Sondervermögen Demokratie“, – wie solidarisches Prepping aussehen kann, – warum Faschisten aus Talkshows ausgeladen werden sollten Arne Semsrott, geboren 1988 in Hamburg, ist Politikwissenschaftler und Aktivist. Er leitet das Recherche- und Transparenzportal FragDenStaat, mit dem er u. a. für die Veröffentlichung der „NSU-Akten“ sorgte. Zudem war er Mitinitiator von Hochschulwatch und OpenSCHUFA und gründete den Freiheitsfonds. Semsrott schreibt u. a. für den fluter, netzpolitik.org und Le Monde diplomatique und ist zweifacher Träger des Otto Brenner Preises für kritischen Journalismus. Sein Bestseller Machtübernahme erschien 2024 bei Droemer. Eine Kooperationsveranstaltung der vhs Landkreis Konstanz e. V. und des Bündnis Konstanz für Demokratie, der Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ und der VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz https://twitter.com/arnesemsrott ![]() | |
| 02.02.2025 | 80 Jahre Befreiung Auschwitz-Birkenau Gedenkveranstaltung mit Filmen und Lesung Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und rettete die überlebenden Gefangenen. Anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus zeigen wir am 2. Februar zwei kurze Filme und erinneren mit Paul Celans Gedicht „Todesfuge“ an die Gräueltaten der NS-Zeit. Das Gedicht wird von der Schauspielerin Michaela Allendorf (Theater Konstanz) gelesen. Im Anschluss wird der Kurzfilm „KL“ und der Dokumentarfilm „Nacht und Nebel“ gezeigt. Zu Beginn der Veranstaltung wird sich die Initiative Stolpersteine kurz vorstellen. Todesfuge 1944/45 | Paul Celan | gelesen von Michaela Allendorf (Theater Konstanz) KL Belgien 2017 | 3’47 Min. | Regie: William Henne, Yann Bonnin ohne Dialog Eine schnelle Abfolge von Fotografien. Der Ort wird nur in Nahaufnahmen von Details erkennbar. Ein riesiger Friedhof auf 42 km² in Oberschlesien, dessen Motive geläufig sind: Eisenbahnübergänge und Nieten, Fenster, rote Ziegel, Schlamm und Pfützen, Details von Wagons, verknoteter Stacheldraht, Birken, Nummern, Details von Zaunpfählen, Glocken am Hochspannungszaun, Löffel, Schalter, Schuhkartons, Koffer, Heringe, Streifen, Paneele, Schutt, … NACHT UND NEBEL (NUIT ET BROUILLARD) Frankreich 1956 | 32 Min. | Regie: Alain Resnais Französische Originalversion mit englischenUntertiteln (Deutscher Text liegt aus) Zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs begibt sich der französische Filmemacher Alain Resnais auf die Spuren der Verbrechen in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern. In der Dokumentation zeichnet er anhand von historischen Bilddokumenten und eigenen Aufnahmen vom Gelände des einstigen Lagers Auschwitz-Birkenau das Geschehen chronologisch nach. Mit NACHT UND NEBEL realisierte Resnais ein Kunstwerk, das wegweisend für die filmische Beschäftigung mit NS-Verbrechen war und die Gattung Dokumentarfilm neu auslotete. Über die eindringliche Veranschaulichung des Geschehens in den Vernichtungslagern hinaus reflektiert der Film implizit durch seine Machart und explizit im Off-Kommentar die Unmöglichkeit, den Schrecken des Holocaust medial zu vermitteln. Kooperation mit Zebra Kino Konstanz, Theater Konstanz und Haus des Dokumentarfilms ![]() | |
| 27.01.2025 | Ich habe alles gesehen Lesung anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus Am 27. Januar 2025 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 80. Mal. Mit einer gemeinsamen Veranstaltung laden die Initiativen Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz, Stolpersteine Radolfzell, Stolpersteine für Singen sowie das Theater Konstanz ins Stadttheater ein. Gedichte und Prosatexte von Verfolgten des NS-Regimes, aber auch die bewegenden Lebensgeschichten von Menschen aus der Bodenseeregion, die der nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie zum Opfer fielen oder mit knapper Not entkommen konnten, erzählen von vielfachem und unfassbarem Leid. Gerade in Zeiten, in denen die Stimmen der Überlebenden immer weniger werden und gleichzeitig Antisemitismus, Rassismus und Gewalt gegen Andersdenkende in Deutschland erschreckende Ausmaße annehmen, ist das gemeinsame Gedenken wichtig. Es lesen Ensemblemitglieder des Theater Konstanz und Intendantin Karin Becker; den musikalischen Rahmen gestaltet die Violinistin Rujin Min, 1. Konzertmeisterin der Bodensee Philharmonie. Mit Michaela Allendorf, Intendantin Karin Becker, Julius Engelbach und Rujin Min (Violine) Eine Kooperation mit dem Theater Konstanz, Stolpersteine Radolfzell und Stolpersteine für Singen. |
























