Gerda
HAYMANN

1909 - I
Brauneggerstraße 51
Stolperstein verlegt am 18.05.2012
Gerda HAYMANN Brauneggerstraße 51

Von Konstanz über Jugoslawien nach Palästina

Gerda (Gerty) Haymann wurde am 16. Oktober 1909 als Tochter von Max Haymann und Sofie Haymann in Konstanz geboren. Ihre Schwestern waren Friedel Haymann (28. März 1908) und Annelies Haymann (31. Mai 1916).

Die Töchter waren sehr sportlich, wanderten gerne, ruderten auf dem Bodensee und gingen in der Freizeit auch oft schwimmen. Die musikalisch und künstlerisch begabte Annelies gab ihrer Cousine Margot Heim Geigenunterricht und weckte in ihr die Freude an der Musik. Annelies und auch Gerda waren Mitglieder im zionistischen Jugendbund.

Bereits kurz nach der Machtergreifung mit den ersten Boykotten gegen jüdische Geschäfte und Unter­nehmen erlitt die „Rohwarenhandlung“ des Vaters empfindliche Einbußen und verlor viel Kundschaft. Der schwer kranke Familienvater starb am 4. April 1934 und ist auf dem jüdischen Friedhof beigesetzt.

Gerda gelang es bereits im Januar 1935, Deutschland über Jugoslawien zu verlassen. Von dort floh sie nach Palästina, hier lebte und arbeitete sie in einem Kibbuz, wo sie aber bereits wenige Jahre nach ihrer Ankunft starb.

Recherche: Petra Quintini
Patenschaft: Renate Pfeiffer

Quellen & Literatur:

Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945), Abruf 3.1.2024.
Stadtarchiv Konstanz: Einwohnermeldekartei.
Stadtarchiv Konstanz: Adressbücher.
Briefe, Eintrag Poesiealbum Privatarchiv Margot Dreifuss-Heim.
Briefe, Fotos, Erinnerungsband Annelies Haymann, Privatarchiv Ursula Meißner.
Erinnerungen von Margot Dreifuss-Heim, Ursula Meißner und Heide Mayer.
Staatsarchiv Freiburg, Akte StAF P 303/4 2409.
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Familienmitglieder

Max
HAYMANN

1872 - 1934 I
Brauneggerstraße 51

Sofie
HAYMANN, geb. BIKART

1885 - 1942 I
Brauneggerstraße 51

Friedel
HAYMANN

1908 - 1995 I
Brauneggerstraße 5

Annelies
HAYMANN

1916 - 2001 I
Brauneggerstraße 51