Veranstaltungen im Jahr 2026
| 10.02.2026 | Prof. Dr. Thomas Müller / Dr. Bernd Reichelt Die mehrfache Funktionalität der Heilanstalt Zwiefalten im Kontext der »Aktion T4« und der weiteren Verfolgungs- und Vernichtungspolitik im Nationalsozialismus Die ehemalige Heilanstalt Zwiefalten am Fuß der Schwäbischen Alb besaß aufgrund ihrer räumlichen Nähe zu der bei Münsingen gelegenen „Euthanasie“-Tötungsanstalt Grafeneck eine Schlüsselrolle. Die damalige Anstalt diente nicht allein als regionale psychiatrische Einrichtung, sondern war faktisch für etwa 1 500 Patient*innen und Pfleglinge staatlicher, kirchlicher oder privater Institutionen auch Zwischenanstalt auf ihrem Weg in den Tod in Grafeneck. Auch nach dem Ende der NS-Morde in Grafeneck im Dezember 1940 kam es noch zu weiteren Deportationen ins hessische Hadamar. Die Funktion Zwiefaltens ging jedoch über die Umsetzung der zentralen Euthanasie hinaus: Im April 1939 war die Anstalt vom württembergischen Innenministerium unter anderem zur Sammeleinrichtung für jüdische Psychiatriepatient*innen bestimmt worden. Nach dem Ende der >Aktion T4< wurde die Anstalt Zwiefalten vom Innenministerium zugleich zur Pflegeanstalt ernannt und hatte damit bis Kriegsende diese und weitere Funktionen inne. Im Anschluss: Eröffnung der Ausstellung “Psychiatrie und Nationalsozialismus im deutschen Südwesten” mit einer Einführung durch Prof. Dr. Thomas Müller und Dr. Bernd Reichelt (Gewölbekeller – Kulturzentrum am Münster) ![]() | |
| 07./08.02.2026 | Wie jede andere hier Ein Stück Konstanzer Geschichte von Viola Rohner Auftragswerk für das Theater Konstanz Regie Simone Geyer Bühne & Kostüme Mona Marie Hartmann Dramaturgie Romana Lautner Mit Anna Lisa Grebe, Kristina Lotta Kahlert, Jonas Pätzold „Was verbirgt sich hinter dem Namen der Spiegelhalle?“ Mit Hilfe der Initiative „Stolpersteine für Konstanz“ sind wir auf einen besonderen Text gestoßen: Die persönlichen Erinnerungen von Margot Spiegel, die sie unter dem Titel „Mein Leben in Deutschland vor und nach dem 30. Januar 1933“ aufgeschrieben hat. Vom Aufwachsen so nah zur Schweizer Grenze, wo die Eltern hin spazierten, um Zucker zu kaufen oder Zeitung zu lesen, ist da die Rede, vom Leben in einer jüdischen Familie in der Bahnhofstraße, dem Schulalltag in der Mädchen-Oberrealschule (dem heutigen Ellenrieder Gymnasium) und von Freundschaften. Margots Beobachtungen der Geschehnisse nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten sind genau, scharfsinnig und verlassen doch nie ihre persönliche Perspektive, die immer mehr die einer Ausgegrenzten wird. Die Schweizer Autorin Viola Rohner hat für uns daraus ein Theaterstück geschrieben, das mehr will als nur dokumentieren. Es will mit den Mitteln des Theaters lebendig werdende Erinnerung schaffen – gegen das Vergessen. Wie hat Margot die Ausgrenzung erlebt? Was hat es für sie bedeutet, ihr Land, ihre Familie zu verlassen? Wie konnte sie weiterleben, nachdem sie erfahren hat, dass ihre Mutter, ihr Vater und ihr Bruder nach Gurs und Auschwitz deportiert und ermordet wurden? Diese Uraufführung wird ermöglicht durch das Projekt-Stipendium im Rahmen des Jugendtheaterpreises Baden-Württemberg 2024. ![]() | |
| 01.02.2026 | Filmvorführung SHOAH Teil 3 und 4 Claude Lanzmanns epochaler Dokumentarfilm über die systematische Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten ist der zentrale Markstein in der filmischen Auseinandersetzung mit der Shoah und der Frage nach der Darstellbarkeit der Nazi-Verbrechen. In ausführlichen und in ihrer Direktheit so beeindruckenden wie bedrückenden Interviews mit Überlebenden, Täterinnen und Augenzeuginnen sowie mit langen Aufnahmen von den Schauplätzen der Verbrechen gelingt es Lanzmann, die Ereignisse der Vergangenheit im wahrsten Sinne zu vergegenwärtigen. Wir freuen uns zu der Veranstaltung Anne-Berenike Rothstein (apl. Professorin für RomanischeLiteratur- und Kulturwiss. an der Uni Konstanz) begrüßen zu dürfen, die eine kurze Einführungen zum Thema „der Ort und das Wort“ geben wird. Nach dem Film besteht das Angebot zu einem durch die Initiative Stolpersteine moderierten Nachgespräch. Unterrichtsmaterial zum Film Trailer Zwischen den Teilen gibt es eine kurze Pause. Teil 1 + 2 des Films werden am 17.01. um 15:00 Uhr gezeigt. Selbst wenn Ihr nur an einem Termin könnt, lohnt es sich eine Hälfte dieses Dokumentarfilms zu schauen. ![]() | |
| 30.01.2026 | Zeitzeuginnengespräch mit Ruth Michel, geborene Rosenstock Anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus Anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus ist am 30. Januar 2026 Ruth Michel, geborene Rosenstock, als Zeitzeugin der Shoah zu Gast an der Universität Konstanz. 1928 wird Ruth Michel in Königsberg (heute Kaliningrad) geboren. Ihr Vater ist Jude, die Mutter evangelisch. Kurz nach der Machtergreifung flüchtet die Familie nach Polen, erlebt dort den Einmarsch der Roten Armee und später die Besetzung durch die Deutschen. Nach einer Razzia wird der Vater verschleppt und bei einer Erschießungsaktion ermordet. Die 13jährige Ruth hilft aktiv dabei mit, das Überleben der Familie zu sichern, organisiert ein Versteck und später die Flucht. Als polnische Zwangsarbeiterin getarnt, gelingt es ihr vor Kriegsende nach Königsberg zurückkehren. Nach dem Krieg arbeitet sie als Zahntechnikerin. Erst spät fängt sie an, über ihre Erinnerungen zu sprechen. Ihre Biografie „Die Flucht nach vorne“ erschien erstmals 2009. Heute lebt sie bei Stuttgart und spricht noch immer regelmäßig vor Schulen. Eine Kooperation der Hochschulgruppe Alliance against Antisemitism, des Zukunftskolleg, der Hochschulgruppe JES und der Initiative Stolpersteine für Konstanz | |
| 27.01.2026 | Von Fall zu Fall: “Es konnte alle treffen” Lesung anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus Traditionell öffnet das Landgericht Konstanz einmal in der Spielzeit für eine ganz besondere Lesung seine Pforten. In dieser Spielzeit planen wir zusammen mit der Initiative Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz eine Veranstaltung, die die Opfer von Zwangssterilisation und „Euthanasie“-Morden in der NS-Zeit hörbar macht. Genau gegenüber des Landgerichts, im heutigen Amtsgericht, wurden damals die Urteile gesprochen. Die szenische Lesung im Landgericht erinnert an mehr als dreihundert Konstanzer*innen, die zwischen 1934 und 1945 zwangssterilisiert oder im Rahmen der sogenannten “Euthanasie” ermordet wurden. Es werden örtliche Strukturen und Verantwortlichkeiten nachgezeichnet und Geschichten von Menschen erzählt, deren Stimmen systematisch zum Schweigen gebracht wurden. Mit Michaela Allendorf, Alicia Bischoff, Ulrich Hoppe Regie & Konzept Miriam Grünewald & Meike Sasse Eine Kooperationsveranstaltung von Theater Konstanz mit dem Landgericht Konstanz, der Initiative Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz und der vhs Landkreis Konstanz e.V. ![]() | |
| 21.01. – 01.03.2026 | Ausstellung “Psychiatrie und Nationalsozialismus im deutschen Südwesten am Beispiel Zwiefalten 1933 – 1945” Die Ausstellung “Psychiatrie und Nationalsozialismus im deutschen Südwesten am Beispiel Zwiefalten 1933 – 1945” wurde vom Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin des ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm, für das Württembergische Psychiatriemuseum erarbeitet und beinhaltet die Ergebnisse vieler Jahre der Forschung. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der ehemaligen Heilanstalt Zwiefalten. Sie wurde im Rahmen der NS-“Euthanasie” zu einer sogenannten “Zwischenanstalt” für die bei Münsingen gelegene Tötungsanstalt Grafeneck. Zugleich bekam die ehemalige Heilanstalt Zwiefalten seitens des Stuttgarter Innenministeriums ab 1939 mehrere unterschiedliche Funktionen zugeordnet: Beispielsweise wurde sie zur Sammeleinrichtung für jüdische Psychiatriepatient*innen aus Württemberg. Die Ausstellung fokussiert deutlich auf lokale und regionale Aspekte des Nationalsozialismus, auch um die Geschichte vor Ort greifbarer zu machen. Die Geschichte der Zwiefalter Heilanstalt im Nationalsozialismus ist auch eng mit derjenigen der badischen Psychiatrie verflochten. Dies betrifft nicht nur die “Aktion T4” und die Tötungsanstalt Grafeneck. Zwiefalten wurde auch für mehrere badische Anstalten, unter diesen die Heil- und Pflegeanstalt bei Konstanz, zur “Zwischenanstalt”. Im September 1939 wurde die badische Pflegeanstalt Rastatt mit rund 600 Patient*innen und mitsamt Personal nach Zwiefalten “evakuiert”. Sie wurden ab Februar 1940 die ersten Menschen, die von Zwiefalten aus nach Grafeneck deportiert und ermordet wurden.” Die Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ steuert lokal vorhandene Informationen zu Menschen aus Konstanz bei, die über die „Zwischenanstalt“ Zwiefalten nach Grafeneck deportiert wurden. ![]() | |
| 17.01.2026 | Filmvorführung SHOAH Teil 1 und 2 Claude Lanzmanns epochaler Dokumentarfilm über die systematische Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten ist der zentrale Markstein in der filmischen Auseinandersetzung mit der Shoah und der Frage nach der Darstellbarkeit der Nazi-Verbrechen. In ausführlichen und in ihrer Direktheit so beeindruckenden wie bedrückenden Interviews mit Überlebenden, Täterinnen und Augenzeuginnen sowie mit langen Aufnahmen von den Schauplätzen der Verbrechen gelingt es Lanzmann, die Ereignisse der Vergangenheit im wahrsten Sinne zu vergegenwärtigen. Wir freuen uns zu der Veranstaltung Anne-Berenike Rothstein (apl. Professorin für RomanischeLiteratur- und Kulturwiss. an der Uni Konstanz) begrüßen zu dürfen, die eine kurze Einführungen zum Thema „der Ort und das Wort“ geben wird. Nach dem Film besteht das Angebot zu einem durch die Initiative Stolpersteine moderierten Nachgespräch. Unterrichtsmaterial zum Film Trailer Zwischen den Teilen gibt es eine kurze Pause. Teil 3 + 4 des Films werden am 01.02. um 17:00 Uhr gezeigt. Selbst wenn Ihr nur an einem Termin könnt, lohnt es sich eine Hälfte dieses Dokumentarfilms zu schauen. | |
| 11.01.2026 | Dokumentarfilm DAS UNGESAGTE Die meisten Deutschen, die damals für das NS-Regime waren, haben nach 1945 nie wieder über diese Zeit gesprochen. In fast allen deutschen Familien war das Thema tabu: Das Ungesagte. Der Film wählt einen psychologischen Ansatz, um herauszufinden, was diese Menschen damals genau dachten und fühlten – und wie sie heute ihre Beteiligung bzw. Involviertheit in das NS-Regime beurteilen. Die Aussagen sind schmerzhaft ehrlich, teils verstörend, aber auch berührend, dabei gleichermaßen geprägt von moralischem Zwiespalt, verdrängten Schuldgefühlen, Trauma und Trauer. Zudem erzählen auch jüdische Überlebende, und erhellen die bis heute verbliebenen blinden Flecken in der Perspektive der damaligen Mehrheitsgesellschaft. Die Verbindung beider Perspektiven eröffnet unerwartete, erschütternde Erkenntnisse. Presseheft Unterrichtsmaterialien Trailer ![]() |





